14.02.2012, 14:11 Uhr | dapd
Er nennt sich selbst "Bockwurst" und möchte Bürgermeister von Ilmenau (Ilm-Kreis) werden: Der 31-jährige Daniel Schultheiß ist Kandidat eines erst im Dezember gegründeten Wahlbündnisses. Fünf Parteien und Initiativen haben sich zusammengeschlossen, um bei der Kommunalwahl im April dem konservativen Flügel etwas entgegen zu stellen. Schultheiß ist ihr Mann.
Dabei ist der Kommunikationswissenschaftler an der TU Ilmenau erst seit 2009 in der Politik aktiv. Seine Motivation: "Ich hatte mich mit meinen Arbeitskollegen darüber unterhalten, was man anders oder besser machen könnte", sagt er der Nachrichtenagentur dapd. Da habe man sich gedacht: Engagieren wir uns eben selbst. Schultheiß gründete die Initiative "Pro Bockwurst" mit und zog zusammen mit Gunther Kreuzberger in den Ilmenauer Stadtrat ein.
"Pro Bockwurst" ist kein Gag, auch wenn Name und Slogan der Initiative darauf hin deuten könnten. Die Abgeordneten der Wählergemeinschaft wollten für die "Etablierung der Bockwurst als Kulturgut" kämpfen. Doch das sei nicht mehr ihr Ziel, sagt Schultheiß nach mehr als zwei Jahren Arbeit im Stadtrat. Es gehe um mehr Transparenz in Parlament und Verwaltung. Unter anderem haben sie, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, eine Bürgerfragestunde im Ilmenauer Stadtrat eingeführt.
Nun hat Schultheiß größere Ziele. Er möchte Bürgermeister der Stadt werden. Gleich nach der erfolgreichen Wahl 2009 sei die Idee geboren. "Da begannen auch die Gespräche", sagt er. An deren Ende steht nun ein in Thüringen einmaliges Wahlbündnis. Die Mitglieder von Pro Bockwurst, der Piratenpartei, dem Bürgerbündnis, den Grünen sowie Linken verständigten sich auf Schultheiß als gemeinsamen Kandidaten. Er selbst ist Mitglied der Piratenpartei.
Das Bündnis zeige vor allem den Willen vieler politisch engagierten Menschen, die über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg die Stadtpolitik moderner gestalten wollten, sagt Heidi Krüger, kürzlich zurückgetretene Sprecherin der Piraten. Der aktuelle Bürgermeister Gerd-Michael Seeber (CDU) sei fast 22 Jahre im Amt. Der Kandidat Schultheiß stehe für eine moderne Kommunalpolitik, sagt die Grünen-Sprecherin im Ilm-Kreis, Madeleine Henfling.
So sieht es auch Schultheiß selbst. Wenn er manchmal nachts nicht schlafen kann, stellt er sich Ilmenau in fünf Jahren vor. Es sind Visionen, in denen er selbst als Stadtoberhaupt vorkommt. "Zum Beispiel könnte der Bürgermeister eine Art Vermittler zwischen Einwohner, Stadtrat und Stadtverwaltung sein", sagt er. In seiner ersten Amtshandlung will sich Schultheiß deshalb die Strukturen der Verwaltung anschauen. "Nicht sehr populär", sagt er. Bis es soweit ist, will Schultheiß kämpfen. Die Kandidatur sei mindestens ein Nebenjob.
Und in Zukunft? Eine Karriere in der großen Politik strebt Schultheiß, zumindest sagt er das, nicht an. Am Tor des Kanzleramts will er jedenfalls nicht rütteln. "Ich glaube, das wäre vermessen." Bei der Kommunalwahl am 22. April will er Bürgermeister werden. Das reiche. Bis dahin nennt er sich selbst "Bockwurst". Weil die anderen Stadträte damit angefangen hätten, die Mitglieder von Pro Bockwurst so zu nennen. Das habe sich dann eben verselbstständigt.
dapd
watzmann schrieb:
am 14. Februar 2012 um 14:50:25
(16)
(14)
Oh Deutschland
Erst "Piraten"-Partei, jetzt "Bockwurst"-Partei, wie weit will eigentlich Deutschland mit seinen Parteien noch
sinken??
Was kommt als nächstes?? Gulasch-Partei, Weißbier-Partei oder villeicht "Räuber"-Partei??
Da wäre mir aber eine "AKPD" (aristokratische Kaiser Partei Deutschland)
lieber, da weiß man wenigstens woran man ist.
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