Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Regionales > Baden-Württemberg >

"Es ist nichts mehr da"

...

"Es ist nichts mehr da"

30.01.2012, 15:49 Uhr | dapd

Anders als bisher angenommen ist bei Anton Schlecker offenbar kein Geld mehr zu holen. Der Gründer der insolventen Drogeriekette soll sein gesamtes Vermögen investiert haben.

"Es ist nichts mehr da, er hat alles in das Unternehmen eingebracht", sagte seine Tochter Meike Schlecker am Montag in Ehingen. Durch die Insolvenz der Anton Schlecker e.K. (eingetragener Kaufmann), die an der Spitze der Unternehmensgruppe steht, ist laut vorläufigem Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz auch der Patriarch selbst zahlungsunfähig. Bislang hieß es noch, Schlecker besitze ein Privatvermögen von rund drei Milliarden Euro.

Lieferantenschulden in zweistelliger Millionenhöhe haben nach Unternehmensangaben zur Insolvenz der Drogeriekette Schlecker mit über 30.000 Angestellten geführt. Mittlerweile erhält die Kette wieder Waren von den wichtigsten Lieferanten.

Meike Schlecker versicherte, die Familie werde zu dem Unternehmen stehen. "Wir geben uns kämpferisch", sagte sie. Mit der Einführung des neuen Konzeptes "Fit for Future" vor anderthalb Jahren sei Schlecker auf einem guten Weg gewesen. Sie gab aber freimütig zu: "Wir haben zu spät begonnen, und wir waren zu langsam, das ist traurig, aber wahr."

Schlecker hatte ein neues Design sowie den Slogan "For You. Vor Ort" eingeführt. Zudem wurden zahlreiche unprofitable Filialen geschlossen. Das noch vor über einem Jahr etwa 8.000 Läden umfassende Netz sei auf inzwischen gut 6.000 Geschäfte geschrumpft, sagte Schlecker-Finanzvorstand Sami Sagur. In den nächsten Wochen sollen "einige wenige hundert" zusätzliche Geschäfte schließen

Insolvenzverwalter Geiwitz ist vom Amtsgericht Ulm derweil zum "starken" vorläufigen Verwalter bestimmt worden. Damit hat er die gesamte Befugnis über das Vermögen von Anton Schlecker übernommen. Der Schritt sei vor allem wichtig für die Gläubiger. Als "schwacher" Insolvenzverwalter hätte Geiwitz die ausstehenden Mieten nicht bezahlen dürfen, wie er erklärte. "Das ist ein wichtiges Signal, dass sie ihre Mieten bekommen", sagte er.

Die wichtigsten Lieferanten hätten inzwischen wieder ihre Arbeit aufgenommen. Die Einigung mit der Einkaufskooperation Markant sei ein wichtiger Auslöser dafür gewesen. Danach habe eine dreistellige Zahl an Lieferanten nachgezogen. Geiwitz sagte, er gehe davon aus, dass mit allen eine Einigung erzielt werden kann.

Am Montag kündigte der Konsumgüterhersteller Unilever (Axe, Langnese, Coral) an, ab Mittwoch wieder liefern zu wollen. Nach Einreichung eines Insolvenzantrags sei es ein üblicher Vorgang, dass Industriepartner die Belieferung einstellen. "Für Unilever stand zu keinem Zeitpunkt in der Diskussion, Schlecker als wichtigem Absatzkanal den Rücken zu kehren", teilte das Unternehmen mit.

Geiwitz sagt, Anton Schlecker habe ihm gegenüber geäußert, dass er das Geschäft auf die nächste Generation überleiten wolle. "Eine Familienlösung wird es nur mit Zustimmung der Gläubiger geben", sagte Geiwitz aber. Sie müssten dadurch zu einem besseren Ergebnis kommen als durch eine Regelabwicklung. Letztere könne unter anderem bedeuten, dass Unternehmensteile an Dritte veräußert werden.

Er brauche noch zwei oder drei Wochen, um sich ein genaues Bild zu machen. Denkbar sei alles. Resteaufkäufern erteilte er aber eine Absage. "Für eine Totalzerschlagung bin ich nicht zu haben, solange es sich vermeiden lässt", sagte Geiwitz.

Er verteidigte zudem das vielfach kritisierte Konzept der Drogeriekette. Es sei ein ganz anderes Konzept als das der anderen Drogerieketten. "Zum Wettbewerb fährt man, zu Schlecker geht man", sagte er. Die Konkurrenz sei auf dem Standpunkt: 'Wir haben die großen Filialen und nur die sind die Zukunft'. "Das würde ich bezweifeln wollen", sagte Geiwitz.

Die Dienstleistungsgesellschaft ver.di forderte, beim Konzept auf die mehr als 30.000 Beschäftigten zu setzen. Die Erfahrung und der Sachverstand der Beschäftigten seien nun gefragt, sagte das für den Handel zuständige Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.


dapd  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

""Es ist nichts mehr da"" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel ""Es ist nichts mehr da"" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (1)

zum Forum

Thema: ""Es ist nichts mehr da""

markof schrieb: am 30. Januar 2012 um 16:19:35
(0) (0) Schlecker
Kla ist nichts mehr da. Herr Schäuble sollte mal in der Schweiz nachfragen.

Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen


Aus anderen Bereichen

USA müssen Super- kampfjet drosseln
Die F-22 wird zum Sorgenkind für Lockheed Martin (Quelle: dpa)

Elitepiloten verweigern Einsatz im F-22. mehr

Eisheilige schlagen noch einmal zu
Stipvisite des Winters: In der kommenden Nacht soll es noch einmal frieren. (Quelle: dpa)

Auch im Flachland verbreitet Frost. mehr


Anzeigen

Anzeige
Ganz nah dran:
Baden-Württemberg

Alle Infos und Nachrichten aus Baden-Württemberg. mehr

Nachrichten aus Ihrer Stadt
Berlin
Als Standard festlegen
Anzeige
Einkaufswelt
Akkubohrschrauber-Set
18-tlg. Akkuschrauber-Set für nur 39,99 €. von neckermann.de

Ohne Handumdrehen schneller fertig: 18-tlg. Set statt 59,99 € jetzt für nur noch 39,99 €. von neckermann

ANZEIGE
Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige