13.02.2012, 13:54 Uhr
"Horror-Haus" am Kreisverkehr - hier kracht's dauernd (Foto: dpa)
Sie wohnten gerade zwei Monate in dem Haus, da krachte es das erste Mal: Eine Familie im Ruhrgebiet wohnt neben einem Kreisverkehr. In sechs Jahren rasten schon vier Autos auf das Grundstück. Es gab sieben Verletzte. Wie wohnt es sich in solch einem Haus?
Eine Familie in Herten (Kreis Recklinghausen) im Ruhrgebiet hat ein ungewöhnliches Problem - immer wieder krachen Autos gegen ihre Hauswand. Seit Kerstin Zienc mit Mann und Kind eingezogen ist, knallt es. Auf ihrem Grundstück in Herten sind in sechs Jahren vier Autos verunglückt. Zuletzt rammte am vergangenen Wochenende ein Wagen die Außenmauer des Wohnhauses. Die fünf Menschen im Fahrzeug wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen musste die Feuerwehr sogar aus dem Fahrzeug herausschneiden.
Kerstin Ziencs Nerven liegen nach dem jüngsten Unfall blank. "Es ist schon schwierig", sagt die 36-Jährige. Schon zwei Monate, nachdem die Familie in das Haus nahe eines Kreisverkehrs eingezogen war, habe es das erste Mal gekracht. "Die haben den Kreisverkehr zu nah an die Häuser gebaut", glaubt die junge Mutter. Die traurige Bilanz: Sieben Verletzte. Hinzu komme der Schaden am Haus, erzählt Zienc. In der Außenwand seien einige Risse, die nun ein Statiker untersuchen müsse.
Der zuständigen Kreisverwaltung ist das "Horror-Haus" bereits ein Begriff. Allerdings liegt die Ursache für die Situation der Ziencs offenbar Jahre zurück: "Dass es ein Unfallschwerpunkt ist, war mir nicht bekannt, bis da ein Kreisverkehr hingebaut wurde", sagt eine Sprecherin des Kreises. Sie selbst wohnte 25 Jahre lang in der Siedlung nebenan. Zusammenstöße habe es vorher nicht gegeben, sagt sie. Wegen der geringen Größe des Kreisverkehrs könne sie sich aber auch "nicht vorstellen", wie es zu den Unfällen kommen konnte.
Zumindest, wenn er vorschriftsgemäß befahren werde, sei der Kreisverkehr ungefährlich, sagt auch Jochem Manz, Sprecher des Kreises Recklinghausen. Auch baulich sei er völlig in Ordnung.
Worte, die Kerstin Zienc und ihre Familie nicht besonders beruhigen dürften. Wichtig sei es jetzt aber vor allem, ihre Tochter zu schützen, sagt Zienc. Das neunjährige Mädchen dürfe nur noch hinter dem Haus im Garten spielen. Vor dem Gebäude werde das Mädchen von ihren Eltern begleitet.
Nach einem Gespräch mit dem örtlichen Bürgermeister seien sogar Steinpoller vor dem Haus aufgestellt worden. "Aber wie man sieht, hat es nichts gebracht", sagt Zienc. Sie hätten zwar zweimal das Schlimmste verhindert - beim jüngsten Unfall sei das Auto aber einfach zu schnell gewesen.
Kerstin Zienc malt sich seitdem aus, was hätte passieren können - selbst wenn sie nur Müll herausgebracht hätte. "Wir wären tot gewesen." Wie es für die Familie weitergeht, ist unklar. Ihr Mann wolle ausziehen, sie selbst sei aber noch unschlüssig. Ein weiteres Gespräch mit dem Bürgermeister will sie noch abwarten.
Quelle: dpa
Pit schrieb:
am 13. Februar 2012 um 20:01:25
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An Regeln halten
Der Kreisel ist das beste für einen flüssigen Verkehr überhaupt.Wer mal 10
Minuten an einer Ampel gewartet hat wird mir
das bestätigen.Nur was da
machmal an Rücksichtslosigkeit geboten wird,unfassbar.Das fängt beim
Ausfahren an(kein Blinker)und hört beim Einfahren(Vorfahrtregel)noch lange nicht auf.Im Kreisel wird ohne Rücksicht auf Verluste geheizt was die Reifen hergeben .Wie im Bericht oben ist es halt manchmal zu viel.
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Werner schrieb:
am 13. Februar 2012 um 19:22:02
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Kreiselverkehr
Die meisten Verkehrsteilnehmer sind gar nicht in der Lage, einen Kreisverkehr vernünftig zu durchfahren bzw. zu benutzen.
Entweder wird der Kreisverkehr als gerade Fahrbahn gesehen und mit 50 km/h durchfahren, es wird kein Kreisbogen gefahren wohlgemerkt. Oder die Lücke die dem wartenden Verkehr entsteht zum einfädeln wird rigoros dicht gemacht! In Frankreich und in den Niederlanden funktioniert es herrlich, nur hier in Deutschland sind überwiegend Rambos unterwegs.
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Systemkritiker schrieb:
am 13. Februar 2012 um 19:19:27
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"Horror-Haus"
Solche Unfälle enstehen durch Raser die zwar technisch ein Fahrzeug bedienen können, aber nicht die menschliche Reife
besitzen ein Fahrzeug auch verantwortungsbewusst zu führen. Leider wird bei den Führerscheinprüfungen zu wenig Wert auf die psychische Eignung gelegt.
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