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"Punker" Söder protestiert gegen Länderfinanzausgleich

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"Punker" Söder protestiert gegen Länderfinanzausgleich

11.02.2012, 14:51 Uhr | dapd

Beim Anblick seines Finanzministers wirkte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) anfangs ziemlich irritiert. Markus Söder (CSU) kam zur Fernsehsitzung "Fastnacht in Franken" des Bayerischen Rundfunks am Freitag in die Veitshöchheimer Mainfrankensäle als waschechter Punker. Einschließlich Irokesenfrisur und einem T-Shirt mit der Aufschrift "Hast Du mal nen Euro".

Dazu hatte er sich ein Eurozeichen auf den Oberarm malen lassen. Er gehe als "wandelnder Länderfinanzausgleich", begründete der 45-Jährige sein Kostüm. "Als Hinweis an Berlin, dass Bayern nicht immer nur zahlen will", scherzte er.

Seine Kabinettskollegen bewiesen deutlich weniger Einfallsreichtum. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Bildungsminister Alfred Spaenle (CSU) kamen als Wikinger, Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als Sheriff. Ein Hingucker war Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) als griechische Nymphe. Der frühere Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) warf sich diesmal in ein Wolf-Kostüm. "Zum 200. Geburtstag der Gebrüder Grimm haben wir uns überlegt, dass das Rotkäppchen mit dem bösen Wolf unterwegs ist", begründete er das passende Outfit seiner Frau Marga.

Als Musketiere präsentierten sich die bayerischen SPD-Oberen, Landeschef Florian Pronold, Generalsekretärin Natascha Kohnen und der Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher samt dem designierten Spitzenkandidaten Christian Ude. Seinen Degen habe er nicht dabei, um schwere Verletzungen zuzufügen, sondern "nur für elegante Stilübungen", sagte der Münchner Oberbürgermeister. Er scherzte über die nicht vorhandene Kostümierung Seehofers: "Ich finde es merkwürdig vom Ministerpräsidenten, dass er als Ministerpräsident verkleidet kommt. Das lässt auf eine nicht weit fortgeschrittene Identifikation mit seinem Amt schließen."

Seehofer war aus Berlin angereist und wollte sich vor der Sendung noch umziehen, was er nach eigenen Angaben aber nicht mehr geschafft hatte. Auf die Frage nach der Art seiner geplanten Verkleidung gab er nur eine Andeutung. "Wie jedes Jahr im Smoking, aber mit einer Variation bei der Fliege. Aber die zieh ich mir jetzt nächstes Jahr an", sagte er.

Jede einzelne Aufführung der kultigen Faschingsveranstaltung sei "eine Ausnahmeerscheinung" gewesen, sagte Seehofer. Dass sein Kontrahent Ude oft auf die Schippe genommen wurde - unter anderem als "alte Bude Christian Ude" - versüßte ihm den Abend aber nicht. Wer sich schadenfroh gebe, habe in der Politik nichts zu suchen.

Auch Ude, der nur wenige Meter von Seehofer entfernt saß, genoss den Abend: "Ich war wirklich begeistert vom hohen kabarettistischen Niveau, es war ein sehr vergnüglicher und durchaus auch bissiger Abend." Zu großen Berührungspunkten mit dem Ministerpräsidenten sei es nicht gekommen. "Natürlich sagt man sich Grüß Gott, aber jeder hat sehr viele Hände zu schütteln und Leute zu begrüßen. Das ist nicht der Ort für politische Gespräche."

Geht es übrigens nach Sitzungspräsident Bernd Händel, dann heißt der kommende Regierungschef weder Seehofer noch Ude. Er begrüßte in dieser Funktion "Punker" Söder und schob dann schnell nach: "Ich hab' schon auf mein Manuskript von 2013 geschaut."

Die nächste "Fastnacht in Franken"-Sitzung wird im Wahljahr am 1. Februar 2013 ausgestrahlt. Die diesjährige Sendung verfolgten in Bayern 2,23 Millionen Zuschauer. Wie BR-Sprecherin Tanja Schön sagte, war dies der höchste Wert nach 2010. Der Marktanteil lag bei 46,5 Prozent.


dapd  

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