20.04.2011, 14:18 Uhr | dapd
München (dapd-bay). In der Diskussion über den geplanten Internet-Geodatendienst "Streetside" hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Betreiber Microsoft scharf kritisiert. Es sei nicht hinnehmbar, wenn Microsoft beim geplanten Abfotografieren von Straßenzügen den Bürgern kein vorheriges Widerspruchsrecht einräume. "Das ist mit einem wirksamen Datenschutz unvereinbar", monierte Herrmann. Microsoft will ab 9. Mai mit den Aufnahmefahrten für seinen Internetdienst beginnen - zunächst in den Städten Nürnberg, Erlangen, Fürth und Augsburg.
Herrmann verwies in diesem Zusammenhang auf den Geodatendienst "Street View'' des Konkurrenten Google, bei dem ein solches vorheriges Widerspruchsrecht bestanden habe. Es sei nicht einzusehen, weshalb für Microsoft etwas anderes gelten sollte.
Google hatte Betroffenen vor der Veröffentlichung der Bilder die Möglichkeit gegeben, ihre Wohnungen und Häuser verpixeln zu lassen. Das will Microsoft nur nachträglich ermöglichen. "Streetside" soll in Deutschland im Sommer starten.
Herrmann kritisierte, eine solche "nachträgliche Löschung" schütze das Persönlichkeitsrecht von Mietern und Eigentümern nicht. "Das Internet vergisst nicht. Auf Daten, die auch nur wenige Stunden im Internet sind, hat jedermann weltweit Zugriff", warnte der Minister.
dapd
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