05.01.2011, 09:16 Uhr | DAPD
Düsseldorf (dapd-nrw). Zur Verbesserung der Steuerprüfung bei Unternehmen will die rot-grüne Landesregierung 200 zusätzliche Betriebsprüfer aus dem Innendienst der NRW-Finanzverwaltung rekrutieren. "Mit zusätzlichen Betriebsprüfern verbessert das Land NRW nicht nur die Einnahmen, sondern sorgt auch für eine gerechtere Lastenverteilung der Firmen", sagte Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) am Dienstag in Düsseldorf. Die Rekrutierung soll nach der Verabschiedung des diesjährigen Haushalts erfolgen. Zugleich sollen 100 Anwärter die Steuerverwaltung stärken.
Ein mittelgroßer Betrieb in Nordrhein-Westfalen kann nach der Statistik von 2009 einmal in 17 Jahren mit einer Steuerprüfung rechnen, wie es hieß. Kleinbetriebe wurden im Durchschnitt nur etwa alle 30 Jahre besucht. Der normale Arbeitnehmer werde dagegen 13 Mal im Jahr geprüft: Zwölf Mal bei seiner Gehaltsabrechnung und einmal bei seiner Steuererklärung, fügte der Minister hinzu.
Obwohl die Zahl der Prüfer und der Kontrollen in den vergangenen Jahren leicht rückläufig waren, stiegen die erzielten Mehreinnahmen von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf rund 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2009. "Mit diesen Beträgen kann das Land NRW wichtige Aufgaben finanzieren, die allen Bürgern zugutekommen", betonte der Minister.
Damit sind die Betriebsprüfer des Landes NRW im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich erfolgreich: Von den bundesweiten Mehreinnahmen von 18,3 Milliarden Euro durch die Firmenkontrollen kommt etwa jeder dritte Euro aus NRW. Die Erlöse kommen dem Land allerdings nur zu etwas mehr als einem Drittel zugute. Ein Teil fließt dem Bund und ein weiterer dem Länderfinanzausgleich zu.
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