17.11.2011, 14:57 Uhr | dapd
Der ADAC hat 50 Parkhäuser getestet. (Quelle: imago)
Zu eng, zu dunkel, und dann auch noch teuer: Im deutschlandweiten ADAC-Vergleich fällt das Urteil für einige Parkhäuser vernichtend aus. Einzig die Wiesbadener Großgarage Kurhaus/Casino erhielt das Prädikat "sehr gut", wie der Automobilclub am Donnerstag in München mitteilte. Testverlierer ist das Parkhaus Kreuzstraße in Düsseldorf, das lediglich 2,9 Prozent aller möglichen Punkte sammelte und mit "sehr mangelhaft" benotet wurde.
Nur einmal vergab der ADAC die Wertung "sehr gut" und 13-mal das Prädikat "gut". In 28 Fällen wurde die Note "ausreichend" vergeben, zudem schnitten fünf Parkhäuser mit "mangelhaft" und drei mit "sehr mangelhaft" ab. Getestet wurden 50 Parkhäuser in den 10 Großstädten Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg und Wiesbaden.
Das 2006 eröffnete Siegerparkhaus in der hessischen Landeshauptstadt präsentierte sich laut den Testern "übersichtlich, hell, sauber und behindertengerecht". Außerdem habe die Garage neben breiten Parkplätzen und Rampen auch hilfsbereites Personal zu bieten, das rund um die Uhr im Einsatz sei. Gut schnitten auch die Parkhäuser in Berlin am Alexanderplatz, in Dresden am Wiener Platz/Hauptbahnhof sowie die Garage der Hannoveraner Ernst-August-Galerie ab.
Ganz anders fiel die Bilanz des Düsseldorfer Testverlierers aus: Die Einfahrtshöhe des Gebäudes aus den 1960er Jahren sei viel zu niedrig, die Parkplatzbreite zu schmal und die Bausubstanz marode. Das vernichtende ADAC-Urteil: "Insgesamt ungepflegt und schmutzig sowie alles andere als behindertengerecht ist es genau der Typus Parkgarage, den man fürchtet." Ebenfalls mit "sehr mangelhaft" fielen die Garagen in der Berliner Kalckreuthstraße und der Maastrichter Straße in Köln durch.
Aber auch bei den anderen Parkhäusern zeigten sich die Prüfer nicht immer erfreut. Die empfohlene Parkplatzbreite von 2,50 Metern wies laut Test nur jede dritte, barriefreie Behindertenstellplätze kaum jede zweite Garage auf. Häufige Kritikpunkte waren auch nicht überwachte Frauenparkplätze, fehlende Leitsysteme für Autos und Fußgänger sowie mangelnde Ausleuchtung.
Große Unterschiede gab es zudem bei der Preispolitik: Am günstigsten war die Parkstunde demnach in Hannover mit durchschnittlich 1,14 Euro. In München mussten Autofahrer mit 3,10 Euro fast dreimal so viel zahlen. Bundesweit lag der Durchschnitt bei 1,83 Euro pro Stunde, wobei der ADAC verbraucherfreundlich getaktete Tarife mit kurzen Zeiteinheiten im Test belohnte.
Der ADAC hat den Parkhaustest bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Im Vorjahr kam die erstplatzierte Großgarage aus München, der Verlierer aus Hamburg. Insgesamt erhielten 2010 sogar zwölf der 50 getesteten Parkhäuser die Note "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft".
Im Test ist jedes sechste Parkhaus durchgefallen. Über 50 Garagen in zehn deutschen Städten hatte der ADAC unter die Lupe genommen. zum Video
dapd
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