13.04.2011, 15:16 Uhr | dapd
Berlin (dapd-bln). Viele Krankenhausärzte in Berlin und Brandenburg klagen über schlechte Arbeitsbedingungen. Wie der gemeinsame Landesverband der Gewerkschaft Marburger Bund in einer Umfrage ermittelt hat, wünschen sich die Mediziner vor allem verträglichere Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf.
Der Marburger Bund vertritt nach eigenen Angaben die Hälfte aller angestellten Ärzte in beiden Bundesländern. Bei der Mitgliederbefragung 2010 wurden für Berlin 571 Fragebögen, für das Land Brandenburg 383 Fragebögen versandt.
Vorstandschef Kilian Tegethoff erklärte am Mittwoch, die Ärzte stünden zunehmend unter der Fuchtel von Ökonomen. "Immer mehr Verwaltungsleute sagen uns, wie wir behandeln sollen", klagte er. Inzwischen erwögen 50 Prozent der Kollegen, die Arbeit im Krankenhaus aufzugeben.
Der Präsident der Ärztekammer Brandenburg, Udo Wolter, sagte, bereits jetzt stünden für die stationäre und ambulante Behandlung in Brandenburg nicht ausreichend Ärzte zur Verfügung. Konkret fehlten 30 bsi 40 Mediziner im ambulanten Bereich und schätzungsweise 40 Fachärzte im stationären Bereich. Die Zahl fehlender Hausärzte bezifferte er auf 200. Darüber hinaus gebe es eine hohe Fluktuation an den Krankenhäusern. Ein Grund sei der "unnormale" Bürokratieanteil.
Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, sagte, Ärzte fühlten sich von Ökonomen zunehmend fremdbestimmt. Er mahnte ein Entlastung der Klinikärzte von Verwaltungsausgaben an. "Denn ein Arzt ist nicht der Stationssekretär."
dapd
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