12.10.2010, 14:34 Uhr | DDP
Stuttgart (dapd-bwb). Bereits während des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen hatte die Polizei erste Anhaltspunkte über die Bewaffnung des Täters. "Wir wussten nach der Durchsuchung des Wohnhauses des Vaters, dass eine Beretta 9 Millimeter im Haus fehlte", sagte Kriminalhauptkommissar Stefan Heiß am Dienstag im Prozess gegen den Vater des 17-jährigen Tim K. vor dem Landgericht Stuttgart. Nachdem SEK-Beamten festgestellt hätten, dass Tim K. sich nicht im Haus befand, habe der Angeklagte im Beisein von Polizisten bemerkt, dass die im Schlafzimmer aufbewahrte Waffe fehlte, sagte Heiß.
Zuvor hatte das Gericht beschlossen, Aussagen, die der 51 Jahre alte Angeklagte gegenüber Polizeibeamten vor der Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen ihn gemacht hatte, zuzulassen und erst bei der Urteilsfindung über deren Relevanz zu entscheiden. Hintergrund ist ein am Vormittag eingelegter Widerspruch der Verteidigung, wonach der 51-Jährige bis zum 13. März 2009 nur als Zeuge und nicht als Beschuldigter ausgesagt haben soll. Da er bis zu diesem Zeitpunkt nicht über seine Rechte als Beschuldigter belehrt worden sei, dürften diese Aussagen nicht gerichtlich verwertet werden, argumentierten die Verteidiger.
Am Nachmittag wurden Aussagen des Leiters des zuständigen SEK-Kommandos erwartet, welches das Haus des Angeklagten durchsuchte. Bei dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen am 11. März 2009 tötete der 17-jährige Tim K. insgesamt 15 Menschen und verletzte 13. Der Vater muss sich seit 16. September vor Gericht verantworten, weil er die Tatwaffe unverschlossen im elterlichen Schlafzimmer aufbewahrt und nicht wie vorgeschrieben weggeschlossen haben soll.
dapd
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