07.01.2011, 17:13 Uhr | DAPD
Hannover (dapd-nrd). Die gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen haben 2010 mehr Geld für Arzneimittel ausgeben als im Jahr zuvor. Die Kosten für Medikamente seien im Vergleich zum Vorjahr um 2,36 Prozent auf mehr als 2,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Verband der Ersatzkassen (vdek) am Freitag in Hannover mit. Damit liege das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt von plus 1,72 Prozent.
Der Leiter der niedersächsischen vdek-Landesvertretung, Jörg Niemann, sagte: "Gerade mit Blick auf vergleichbare Flächenländer ist die Entwicklung nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel." So sei der Zuwachs etwa doppelt so hoch wie in Bayern (1,17 Prozent) und sogar dreieinhalbmal höher als in Baden-Württemberg (0,66 Prozent).
Dabei sei ein Teil der Medikamente sogar günstiger geworden. Durch Gesetzesänderungen sei etwa der Abschlag, den Pharmahersteller den Krankenkassen für Medikamente ohne Festbetragsregelung gewähren müssen, von 6 auf 16 Prozent gestiegen. Zugleich seien die Preise auf dem Stand vom 1. August 2009 eingefroren worden. "Diese Maßnahmen müssten sich eigentlich in der Ausgabenentwicklung auch in Niedersachsen stärker widerspiegeln", kritisierte Niemann.
Er forderte die Ärzte auf zu prüfen, wann bei einem Patienten die Verschreibung eines bestimmten Patienten notwendig sei und wann man auf vergleichbare aber günstigere Präparate zurückgreifen könne.
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