25.05.2011, 11:34 Uhr | dapd
Hamburg (dapd-nrd). Ihren 19. Geburtstag hatte sich Isabelle Focke eigentlich anders vorgestellt. Statt im Flugzeug nach Rom, sitzt sie am frühen Mittwochmorgen am Hamburger Flughafen und wartet. Wegen der Aschewolke aus dem Vulkan Grimsvötn ist unklar, ob die 12. Klasse eines Gymnasiums aus dem schleswig-holsteinischen Eckernförde am Mittwoch noch ihre Studienreise antreten kann.
Nach dem nächtlichen Flugverbot ist der Betrieb am Mittwochmorgen gar nicht erst wieder aufgenommen worden. Zunächst ist laut Flughafensprecherin unklar, wie lange die Einschränkungen gelten sollen.
Die Schüler haben Verständnis dafür. "Da kann ja keiner was dafür", sagt eine Mitschülerin. Doch offenbar sollen sie ihre Kosten nicht erstattet bekommen. "Wenn wir das Geld nicht wieder bekommen und es nicht losgeht, hat man kein Verständnis dafür", sagt Focke.
Die Stimmung am Hamburg Airport ist ruhig. Statt des sonst eher hektischen Reisebetriebs, herrscht eine ungewöhnliche Ruhe in den beiden Terminals. Auf den Anzeigetafeln steht hinter fast allen Flügen "cancelled" (gestrichen), einige Flüge sind dort auf 17.00 Uhr verschoben.
Vor den Ticket-Schaltern von Air-Berlin und Lufthansa und einiger anderer Fluggesellschaften haben sich längere Schlangen gebildet. Viele der Wartenden stört die Ungewissheit, ob und wann es weiter gehen soll, wie Rainer Fenselau. Der 54-jährige Hamburger habe zwischen 4.00 Uhr und 6.00 Uhr mehrfach probiert, seine Airline anzurufen, immer sei besetzt gewesen. Er würde gern wissen, wie er jetzt nach Zürich kommen solle.
Ein 63-Jähriger aus dem Stadtteil Farmsen-Berne sagt, er komme sich vor "wie ein alter Esel, dem eine Wurzel vor die Nase" gehalten werde. Man werde hingehalten. Wenn feststehen würde, dass sein Flug nach Mallorca wirklich um 17.00 Uhr starte, würde er in der Zwischenzeit nach Hause gehen. So sitzt er am Flughafen und wartet. Doch er hat Verständnis für die Ausfälle. "Lieber kommt der Staub runter als ich", sagt er.
Björn Feddersen wollte eigentlich für acht Tage nach New York. "Man hat die Möglichkeit, den Flug zu canceln oder umzubuchen auf einen anderen Termin, in dem Fall ab Frankfurt", sagt der 42-jährige Hamburger. Zu Hause habe er die übrig gebliebenen Nudeln gar nicht erst weggeworfen, weil er gewusst habe, dass sein Flug voraussichtlich ausfalle.
Gegen 9.00 Uhr ändert sich die Informationslage etwas. Über Lautsprecher ertönt die Durchsage, dass aufgrund der Informationen der Deutschen Flugsicherung der Luftraum bis voraussichtlich 17.00 Uhr gesperrt sei. Viele bleiben dennoch am Flughafen und warten, darunter auch Isabelle Fockes Klasse. "Eine andere Wahl, als zu warten, haben wir nicht", sagt ihr Mitschüler Edis Bajrami. Es gebe einen kleinen "Hoffnungsschimmer", dass sie vielleicht doch noch fliegen.
Am Mittwochmorgen kam auch der Flugverkehr in Bremen und Lübeck zum Erliegen. An den Berliner Flughäfen sollte der Flugbetrieb ab 11.00 Uhr eingestellt werden.
dapd
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