08.02.2012, 10:25 Uhr | dapd
In die Debatte über die Schließung des maroden Atommülllagers Asse haben sich jetzt auch Vertreter der Beschäftigten eingeschaltet. Der Betriebsrat der Asse-GmbH setzt dabei große Hoffnungen in ein neues Gesetz zur Beschleunigung des Verfahrens. Er erwarte, dass dann "das Hickhack zwischen den Behörden endlich aufhört, und dass sich endlich alle an einen Tisch setzen und ans Ziel kommen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Jan Fischer am Dienstag in Wolfenbüttel.
In der Belegschaft bestünden verschiedene Ansichten, ob die Abfälle aus den Bergwerk geborgen werden sollten, sagte Fischer weiter. Genau wie in der Bevölkerung gebe es dazu auch bei den Asse-Mitarbeitern unterschiedliche Meinungen. Alle wollten aber die "beste Lösung für die Asse."
Er selbst sei für eine Prüfung der Frage, ob eine Bergung des Atommülls möglich sei, fügte Fischer hinzu. "Wenn es sich herausstellt, dass die Rückholung machbar ist, sind die Mitarbeiter in der Asse sofort bereit, anzupacken, vorausgesetzt ihre Sicherheit ist gewährleistet".
Als unbefriedigend für die Beschäftigten bezeichnete der Betriebsratschef die mehrfache Verschiebung von Probebohrungen in die erste Kammer mit Atommüll. Das gelte insbesondere für die zehn Mann umfassende Bohrmannschaft, die eigens für die Anbohrung ausgebildet worden sei. "Die haben sich rein gehängt und wollen dann auch den Erfolg haben", sagte Fischer. "Die Sicherheit geht aber vor, und solange die Genehmigungen nicht da sind, müssen wir eben warten."
Die Asse-GmbH mit mehr als 300 Beschäftigten wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz mit der Betriebsführung in dem Atomlager beauftragt. Fischer ist seit 2011 Betriebsratsvorsitzender der Asse GmbH. Seit 19 Jahren arbeitet er in dem Bergwerk, anfangs als Industriemechaniker, später als Industriemeister.
dapd
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