23.02.2012, 15:54 Uhr | dapd
Die Stimmung in der sächsischen Wirtschaft ist nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat so gut wie noch nie seit der Wende. 50 Prozent der Firmen aus Industrie, Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen und Verkehr beurteilen ihre Geschäftslage als gut. Das geht aus der am Donnerstag in Dresden veröffentlichten IHK-Konjunkturumfage zum Jahresbeginn hervor. Das sei ein neuer Höchstwert, sagte der Präsident der IHK Chemnitz, Franz Voigt.
Insbesondere die Industrie profitierte vom Wirtschaftsaufschwung. Die Auslastung der Produktion liegt laut Umfrage inzwischen im Schnitt bei 83 Prozent. Zudem seien die Auftragsbücher der Firmen gut gefüllt. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen sind zu Investitionen bereit. Befragt wurden in den Kammerbezirken Dresden, Chemnitz und Leipzig 1.856 Firmen mit insgesamt 85.000 Beschäftigten.
Die Firmen stellen kräftig ein. In der Industrie stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von November 2010 bis November 2011 um vier Prozent auf 300.000 - ein neuer Rekord. Sachsens Gesamtwirtschaft vermeldete im selben Zeitraum einen Anstieg um 1,9 Prozent auf 1,5 Millionen Arbeitnehmer. Die Firmen verbuchten im Schnitt zweistellige Umsatzsteigerungen im In- und Ausland.
Mit einem Bruttoinlandsprodukt je Einwohner von 23.000 Euro führte Sachsen die ostdeutschen Bundesländer 2011 an. Der Freistaat lag aber weiter deutlich hinter Ländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen, wo 35.300 und 30.400 Euro pro Kopf erwirtschaftet wurden.
Wegen der steigenden Energiepreise und der internationalen Schulden- und Finanzkrise fallen zudem die Prognosen für die kommenden Monate pessimistischer aus. 55 Prozent der Firmen halten die steigenden Energie- und Kraftstoffpreise für das größte Risiko, ein Zuwachs um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2011. Auch der Ausstieg aus der Atomenergie stößt auf Kritik.
"Es ist zwingend erforderlich, den Unternehmen das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik zurückzugeben, vor allem in ihre Stabilität und Berechenbarkeit", forderte Voigt. Während die schwarz-gelbe Landesregierung einen guten Energiemix aus Braunkohle, Gas und alternativen Quellen anstrebe, müsse auf höherer Ebene etwas für sinkende Preise getan werden.
dapd
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