01.09.2011, 17:43 Uhr | dapd
Eine Ausstellung zur Filmkultur der früheren DDR ist am Donnerstag im Brandenburger Landtag in Potsdam eröffnet worden. Schautafeln zu ausgewählten Filmen des ehemaligen DEFA-Studios informieren über "Ambivalenzen und Zwänge" des Regimes, wie der Regisseur Andreas Dresen sagte. Die Ausstellung mit dem Titel "Freiheit und Zensur - Filmschaffen in der DDR zwischen Anpassung und Opposition" wurde vom Wilhelm-Fraenger-Institut Berlin im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erstellt.
Die Schautafeln informieren über Filminhalte und Zeitgeschichte. Sie thematisieren den Einfluss der SED-Politik auf die DDR-Filmemacher. "Viele Regisseure haben eine eigene Technik entwickelt, ihre Botschaften im Film zu verstecken", sagte Dresen. Durch ihre sensible Sprache seien oft "sehr poetische" Erzählungen entstanden.
In den staatlichen Filmstudios seien einige interessante Filme entstanden, sagte Dresen. Die Ausstellung solle helfen, Vorurteile gegen DEFA-Produktionen abzubauen. Die Annahme, das Filmstudio habe ausschließlich Propagande-Filme produziert, treffe nicht zu.
Staatskritisch sind laut Schautafeln beispielsweise Filme wie "Jadup und Boel" und "Ich war neunzehn" gewesen. Der Film "Jadup und Boel" (1980) war den Angaben zufolge der letzte zensierte Spielfilm der DEFA. Der Kriegsfilm "Ich war neunzehn" (1968) rückte unter anderem Massenvergewaltigungen durch sowjetische Soldaten ins Bild anstatt des damals üblichen Befreiungspathos.
Die Ausstellung ist bis Ende September jeweils werktags von 8.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen.
dapd
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