30.08.2011, 13:05 Uhr | dapd
Hamburg (dapd-nrd). Bei einem spektakulären Unfall auf einer Hamburger Baustelle ist ein Neubau für ein Mehrfamilienhaus schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Am frühen Montagabend krachten plötzlich wie aus heiterem Himmel gerade frisch montierte Balkone von der Rückfront des Rohbaus in die Tiefe, wie ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr am Dienstag berichtete. Die Arbeiter auf der Baustelle im Stadtteil St. Pauli hatten großes Glück und kamen mit dem Schrecken davon. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.
Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor 18.00 Uhr. Die Arbeiter hatten gerade die Montage der letzten, jeweils etwa zehn Tonnen schweren Balkonplatten beendet und bereiteten sich in ihrem Baucontainer auf den Feierabend vor, als plötzlich dröhnend die Erde erzitterte, wie ein Sprecher des zuständigen Bezirksamts Mitte sagte.
Ein Nachbar, der das Geschehen von seinem Fenster aus beobachtet hatte, berichtete später der Polizei, es habe sich unverhofft der oberste Balkon gelöst und die darunterliegenden Platten "wie bei einer Kettenreaktion" mit sich gerissen. Drei Betonplatten - zusammen fast 30 Tonnen schwer - krachten nach Angaben einer Polizeisprecherin im Erdgeschoss auf die Kellerdecke, die sich unter dem Aufprall durchbog. Lediglich eine Platte in der zweiten Etage blieb an Resten ihrer Befestigung hängen.
Mit Entsetzen hätten die Bauarbeiter die Absturzstelle im Hinterhof des Neubaus begutachtet und die Feuerwehr alarmiert, die die Baustelle absperrte. Bis etwa 23.00 Uhr noch am Montagabend sicherten und untersuchten Kriminalpolizei und Statiker gemeinsam mit dem Bauprüfamt des Bezirksamts Mitte und dem Bauherren die Absturzstelle, wie der Bezirksamtssprecher weiter sagte.
Vorsorglich wurde vorübergehend auch ein Nachbargebäude durch die Polizei geräumt, weil Schäden vermutet wurden. Es habe jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Nachbarhäuser bestanden, sagte der Bezirksamtssprecher.
Am Dienstagvormittag setzten die Experten ihre Untersuchungen fort. Nach ersten Erkenntnissen ist der Rohbau insgesamt jedoch nicht einsturzgefährdet. Gutachten sollen nun die Ursache für den Absturz der Balkone an dem Neubauobjekt klären. Zum genauen Schadensumfang liegen noch keine Angaben vor.
dapd
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