11.11.2010, 18:22 Uhr | DAPD
Potsdam (dapd). Eine "Gastgeberin" aus Hollywood, eine neue Auszeichnung für Integration und mehr Überraschungen bei der Preisvergabe. Die 62. Verleihung des Medienpreises Bambi am Donnerstag in Potsdam hat mit ein Paar Neuheiten aufgewartet. Nationalspieler Mesut Özil wurde von der Jury des Burda-Verlags der erstmals vergebene Bambi in der Kategorie "Integration" zugedacht, wie kurz vor der Gala bekannt wurde. Özil sei "ein Vorbild für das Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen", befand die Jury. Für das "neue Deutschlandbild in der Welt" sei er eine "Symbolfigur".
Özil hatte bei der Weltmeisterschaft in Südafrika mit der deutschen Nationalelf im Sommer den dritten Platz geholt und mit seinem Spiel begeistert. Seit August spielt der 22-jährige gebürtige Gelsenkirchener für Real Madrid.
Wohl mit dem Ziel, die Bambi-Gala etwas aufzupeppen, wurde auf das bisherige Showkonzept mit einem festen Moderator oder Moderatorenteam verzichtet. Stattdessen reiste "Sex and the City"-Star Sarah Jessica Parker aus den USA an und übernahm die Rolle der "Gastgeberin" mit mehreren geplanten Auftritten auf der Bühne.
Das Medienhaus Burda hatte in diesem Jahr Bambis in 16 Kategorien zu vergeben. Neben Özil gehört auch sein Fußball-Nationalcoach Joachim Löw mit seinem Trainerteam zu den Preisträgern (Sonderpreis der Jury).
Für sein Engagement für Kinder in Not vergab die Jury einen Bambi an Hollywoodschauspieler Orlando Bloom ("Fluch der Karibik"). Potsdam kennt der Frauenschwarm, der demnächst zum ersten Mal Vater wird, bereits: Er hat bis vor kurzem den 3D-Film "Die drei Musketiere" in den Studios Babelsberg gedreht.
Als weitere Preisträger standen vor Beginn der Verleihung schon fest: Rocksänger Udo Lindenberg (Lebenswerk), die US-Band Gossip (Pop International), die Aachener Band Unheilig (Pop National) und die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall ("Unsere Erde"-Bambi). Der erst zum fünften Mal vergebenen "Millennium"-Bambi der Jury geht - 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung - an den früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher. "Sein diplomatisches Geschick war ein wichtiger Faktor bei der Beendigung des Kalten Krieges und beim Zusammenwachsen Europas", hieß es zur Begründung.
Mehr Preisträger als sonst sollten erst am Abend bekannt gegeben werden - unter anderem in den Kategorien Kultur, Shooting Star, Sport und Stille Helden.
Als beste Schauspieler waren sechs Kandidaten nominiert - bei den Damen: Hannah Herzsprung ("Weissensee", ARD), Anna Loos ("Wohin mit Vater?", ZDF) und Christiane Paul ("Der Doc und die Hexe", ZDF) machen. Bei den Herren hatten Florian David Fitz "(Vincent will Meer"), Felix Klare ("Bis nichts mehr bleibt", ARD) und Friedrich Mücke ("Friendship") Chancen. Die Entscheidung lag bei der Jury, der die Burda-Chefredakteure angehören.
Über ihre Lieblings-Fernsehserie konnten dagegen noch bis zum Abend die Zuschauer selbst abstimmen. Zur Wahl standen "Alarm für Cobra 11" (RTL), "Um Himmels Willen" (ARD), "Der Kriminalist" (ZDF) und "Danni Lowinski" (Sat.1).
Am Donnerstag probten auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg die Künstler bereits den ganzen Tag für ihre Auftritte in der TV-Gala - unter ihnen die kolumbianische Popsängerin Shakira mit ihrem WM-Hit "Waka Waka", Gossip und der Sänger Peter Maffay. Er hat die neue Bambi-Erkennungsmelodie komponiert, die er am Abend mit dem Filmorchester Babelsberg live präsentieren wollte.
Insgesamt rund 800 Gäste waren geladen. Für sie wurde ein 130 Meter langer roter Teppich ausgerollt. 40 Köche waren für das leibliche Wohl zuständig. Ein Ehren-Bambi ging erneut an den Sänger und Schauspieler Johannes Heesters. Er wird den Preis nicht in Potsdam, sondern im Dezember bei einer Revue anlässlich seines 107. Geburtstags in Erfurt entgegennehmen.
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