21.03.2011, 14:26 Uhr | dapd
Stuttgart (dapd-bwb). Die Baubranche hat vor einer Wohnungsnot unter Rentnern in Baden-Württemberg gewarnt. In den kommenden Jahren werde die Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen extrem steigen, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), Hans Georg Leuck, am Montag in Stuttgart. Im Jahr 2025 würden im Südwesten laut einer Studie mehr als 246.600 seniorengerechte Wohnungen benötigt. Es gebe aber bislang nur wenige seniorengerechte Wohnungen.
"Senioren in Baden-Württemberg haben damit schlechte Chancen, in ihren eigenen vier Wänden alt zu werden", warnte Leuck. Die "Graue Wohnungsnot" sei jedoch ein Problem, vor dem die Politik im Südwesten bewusst die Augen verschließe. Bis zum Jahr 2025 werde die Zahl der Haushalte, in denen ein oder mehrere Menschen über 70 Jahre leben, auf mehr als 1,233 Millionen steigen. Das sei ein Plus von nahezu 26 Prozent.
Stefan Thurn von der Initiative "Impulse für den Wohnungsbau" forderte eine größere staatliche Unterstützung des seniorengerechten Wohnungsbaus. Die Baubranche in Baden-Württemberg sei auf die Sanierung und den Neubau von altersgerechten Wohnungen vorbereitet, die Maßnahmen müssten jedoch auch bezahlbar sein.
Kredite zu günstigen Zinsen seien nur die zweitbeste Lösung, denn Senioren würden meist keine Kredite mehr aufnehmen. Nötig seien direkte Zuschüsse, betonte Thurn, der auch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) ist. Dafür müsse sich Baden-Württemberg beim Bund stark machen.
dapd
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