07.06.2011, 08:21 Uhr | dapd
Stuttgart (dapd-bwb). Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg fordert von der Politik wegen der EHEC-Krise Hilfen für die Landwirte. Vor allem Bauern, die auf Gurken, Blattsalat oder Tomaten spezialisiert seien, würden durch die Zurückhaltung der Verbraucher an den Rand ihrer Existenz gebracht, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Horst Wenk, am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Der Nachfragerückgang betrage bis zu 80 Prozent, sagte Wenk weiter.
"Die Hilfe müsste durch eine Art Fonds geregelt werden, bei dem die Landwirte ihre Schäden anmelden können", sagte Wenk. Deutschlandweit erwartet er einen Schaden für die Landwirtschaft in dreistelliger Millionenhöhe.
Auch die Meldung, dass eventuell Sprossen aus Norddeutschland die Quelle für die Verbreitung von EHEC sind, helfe den Landwirten nicht, sondern trage eher zur Verunsicherung bei. "Man hat das Gefühl, dass jeden Tag eine andere Variante präsentiert wird", sagte Wenk. Leidtragende seien die Bauern. "Wer jetzt wirklich nicht Schuld an der Seuche hat, sind unsere Landwirte", sagte Wenk.
Laut Robert-Koch-Institut sind bis zum Montagmorgen bundesweit 21 Todesfälle aufgetreten, die mit EHEC in Verbindung gebracht werden. Insgesamt seien inzwischen mehr als 1.600 EHEC-Fälle sowie 630 besonders schwere Krankheitsverläufe, sogenannte HUS-Fälle, gemeldet worden. Zunächst waren spanische Salatgurken als mögliche Quelle der Epidemie benannt worden, seit dem Wochenende gelten Sprossen als potenzielle Überträger.
dapd
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