13.04.2011, 11:04 Uhr | dapd
München (dapd-bay). Ein verschneiter Dezember, der trockenste Februar seit Jahren, Ostern so spät wie selten. Die bayerischen Skiorte und Liftbetreiber ziehen eine durchwachsene Bilanz des Winters 2010/2011. Manch einer ist zufrieden, manch einer weniger.
Der Schnee ist an vielen Orten längst dahingeschmolzen. Überhaupt: Selten hat ein Winter so wenig Niederschlag gebracht wie in diesem Jahr, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Vor allem die kleineren, tiefer liegenden Skigebiete spürten den Niederschlagsmangel. "Ohne Beschneiung hätten wir heuer ab Januar überhaupt keine Saison mehr gehabt", sagt ein Sprecher des Skizentrums Steckenberg in Unterammergau. 60 Prozent der Pisten wurden hier beschneit.
Ein überdurchschnittlicher Wert. Bayernweit wurden im vergangenen Winter 17 Prozent der Pistenfläche beschneit, heißt es beim Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte - insgesamt 630 Hektar.
Ohne Schnee bereitet man sich am Brauneck, in Schliersee und am Sudelfeld inzwischen auf das Sommergeschäft vor. "Bis zum 10. April wollten wir eigentlich für die Wintersaison fahren", sagt der Sprecher des Verbunds "Alpen-Plus", Manfred Küpper. "Leider hat uns Petrus aber ab Ende Januar im Stich gelassen. Und ohne Petrus geht halt nichts." So zieht Küpper eine durchwachsene Bilanz: "Aber den Umständen entsprechend sind wir zufrieden."
Auch in Reit im Winkl ist man nicht glücklich mit der Saison. "Der Schnee hat zwar immer gereicht, aber Ostern geht uns halt ab", sagt der Leiter der Tourist-Information Reit im Winkl, Florian Weindl. Ein Minus von um die fünf Prozent würden sie wohl schreiben. "Man muss ganz ehrlich sagen, nach den Faschingsferien lief nur noch wenig, und wenn Ostern so spät ist, dann denkt doch niemand mehr ans Skifahren."
Ein Problem, dass das größte deutsche Skigebiet in Garmisch-Partenkirchen an der Zugspitze nur teilweise kennt. Während im sogenannten Classic-Gebiet mit der Alpspitze und dem Kreuzeck die Lifte schon geschlossen sind, fahren die Bahnen an der Zugspitze noch bis Anfang Mai. "Durchwachsen bis positiv", resümiert der Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG, Wodan Lichtmeß, die Saison. "Im Februar hatten wir durch die alpine Ski-Weltmeisterschaft einen Umsatzeinbruch von fast 40 Prozent", sagt Lichtmeß. Die Leute haben wohl gedacht, hier sei in dieser Zeit alles überlaufen. Dafür sei dann der März aber hervorragend gewesen, betont er.
Doch nicht nur an Deutschlands höchstem Berg lief es positiv. Auch der Betriebsleiter der Arber-Bergbahnen im Bayerischen Wald, Thomas Liebl, sagt: "Es war wirklich eine gute Saison." Rund 300.000 Gäste tobten sich dort auf den Pisten aus, in etwa so viele wie im vergangenen Winter. Bis Februar habe der Schnee gereicht und das Skigebiet habe davon profitiert, dass man mit speziellen Angeboten viele Familien anziehen konnte.
dapd
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