29.03.2011, 14:51 Uhr | dapd
München (dapd-bay). In seinem neuen Buch "Die Zehn Gebote" wendet sich Bayerns früherer Ministerpräsident Günther Beckstein erneut gegen Darstellungen, seinen Vorgänger Edmund Stoiber (beide CSU) aus dem Amt gedrängt zu haben. "Nein, es war kein Putsch", schreibt Beckstein. Bei der Vorstellung des Buchs am Dienstag in München sagte der CSU-Politiker, er sei "gespannt, wie Stoiber das sehen wird".
Denn es komme vor, dass "Menschen denselben Sachverhalt unterschiedlich erleben".
Beckstein versichert in dem Werk, die entscheidende Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion im Januar 2007 sei keineswegs nach einem geplanten Drehbuch abgelaufen: "Die Ankündigung des Rückzugs von Edmund Stoiber und die Bereitschaft von Erwin Huber und mir, sich um seine Nachfolge als CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident zu bewerben, war nicht das Ergebnis taktischer Planungen."
Unter der Überschrift "spannende Stunden in Kreuth" schildert Beckstein, Stoiber selbst habe ihn aufgefordert, mit Huber über die Frage einer möglichen Nachfolge zu sprechen. Daraufhin habe er Huber aufgesucht und ihm eine Aufgabenteilung vorgeschlagen. Später hätten sie Stoiber über diese Einigung informiert: "Seine Reaktion war sehr kühl." Am nächsten Tag sei es dann zum "überstürzten" Rücktritt Stoibers gekommen.
Bei der Buchvorstellung betonte Beckstein, er nehme für sich in Anspruch, die Ereignisse "wahrheitsgemäß wiedergegeben" zu haben. Stoiber habe den Text zwischenzeitlich auch erhalten.
In dem 190 Seiten starken Band beschreibt Beckstein die Bedeutung der Zehn Gebote für seinen politischen Alltag. Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich würdigte das Buch als "ein Geschenk". Beckstein sei ein Politiker, der sein Christsein ernst nehme und danach handle.
dapd
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