28.12.2011, 12:21 Uhr | dapd
Rund 200 geladene Gäste werden Johannes Heesters am Freitag das letzte Geleit geben. Wie viele nicht geladene Fans des an Heiligabend gestorbenen Schauspielers auf den Münchner Nordfriedhof kommen werden, ist kaum abzuschätzen. Zumindest von der Trauerfeier werden sie aber kaum etwas mitbekommen.
Sie soll nur im geschlossenen Kreis stattfinden. Eine zunächst geplante Übertragung aus der Aussegnungshalle auf den Friedhof wurde am Dienstag auf persönlichen Wunsch der Witwe Simone Rethel wieder abgesagt.
Die Beisetzung selbst ist dagegen wieder öffentlich, wie es auf Heesters offizieller Homepage heißt. Zudem sollen am Freitag bereits ab 9.30 Uhr Kondolenzbücher ausliegen.
Geleitet wird die Trauerfeier von einem alten Bekannten des Schauspielers. Der Starnberger Pfarrer Konrad Schreiegg traf Heesters in den 70er Jahren zum ersten Mal. Damals sei er dem Prominenten gegenüber noch sehr ehrfürchtig gewesen, später habe sich dann eine lockere Bekanntschaft entwickelt, sagte Schreiegg der Nachrichtenagentur dapd. Einige Male sei er auch bei Heesters, den er als "strengen Katholiken" beschreibt, eingeladen gewesen. "Da waren ganz normale Leute", erinnerte sich der Pfarrer. "Das war nie so Schickimicki".
Seine Ansprache will Schreiegg weitgehend spontan halten, um auf die Trauernden reagieren zu können. Er mache das meistens so. Inhaltlich will sich der Pfarrer von den Bildern inspirieren lassen, die er persönlich mit Heesters verbinde.
"Das letzte Bild ist, wie ich ihm die Krankensalbung gespendet habe", sagte Schreiegg. Er sei zwei Tage vor Heesters Tod zu ihm ins Krankenhaus gekommen. "Ich hatte das Gefühl, ich muss da jetzt hin", sagte er. Als er angekommen sei, habe ihn die Schwester mit großen Augen angeschaut und gefragt: "Woher wissen sie, dass wir sie gerade erreichen wollten." Er habe dann später gesagt: "Schauspieler brauchen den Souffleur von unten, ich brauche den Souffleur von oben."
Heesters habe damals "nach menschlichem Ermessen" bereits im Koma gelegen, sagte der Pfarrer. Er persönlich sei aber der Überzeugung, dass Sterbende vieles noch wahrnähmen.
Der 1884 angelegte Münchner Nordfriedhof gehört mit 34.000 Grabplätzen zu den größten in München. Er gilt nicht als ausgewiesener Prominentenfriedhof, allerdings finden sich dort unter anderem die letzten Ruhestätten des Volksschauspielers Beppo Brem, des Komponisten Ralf-Maria Siegel und der Sängerin Bally Prell.
Heesters war Heiligabend im Alter von 108 Jahren im Klinikum Starnberg gestorben. Er war dem Guinness-Buch der Rekorde zufolge der älteste aktive Schauspieler der Welt.
dapd
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