17.12.2010, 16:52 Uhr | DAPD
Berlin (dapd-bln-bln). Die neuerlichen Schneefälle in der Nacht zu Freitag haben in Berlin zu Verkehrsbehinderungen geführt. Größere Beeinträchtigungen auf Straßen und Schienen blieben aber aus. Wegen Schneefalls wurde auf dem Flughafen Berlin-Tegel am Freitagmorgen rund ein Drittel der Flüge gestrichen. Bis zum Nachmittag wurden insgesamt 51 Flüge annulliert, wie ein Sprecher auf dapd-Anfrage mitteilte. Tegel war davon in 48 Fällen betroffen. Seit Donnerstag seien die Winterdienste auf dem Flughafen im Dauereinsatz, sagte der Sprecher.
Im Berliner S-Bahn-Verkehr führten die Schneefälle erneut zu Verspätungen im Zugverkehr. Vereinzelt sei es auch zu Zugausfällen kommen, teilte das Unternehmen mit. Auch wurden Züge verkürzt und Taktzeiten ausgedünnt. Die S47 verkehrte nur zwischen Spindlersfeld und Schöneweide.
Die S5 fuhr im 10-Minuten-Takt nur zwischen Hoppegarten und Warschauer Straße. Die Linien S7 und die S75 verkehrten lediglich alle 20 Minuten. Beide Linien wurden zudem verkürzt. Auch die Linien S 8 und S 9 fuhren lediglich auf einer Teilstrecke.
Auf den Straßen rollte der Verkehr weitgehend störungsfrei. Die Polizei verzeichnete alleine zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr 36 witterungsbedingte Unfälle. Dies sei trotz des Wetters nicht mehr als üblich, sagte eine Sprecherin. Die Autofahrer hätten sich den Witterungsbedingungen angepasst. In Berlin fielen in der Nacht drei bis sechs Zentimeter Neuschnee. In Brandenburg wuchs die Schneedecke um bis zu elf Zentimeter.
In den Baumärkten deckten sich die Kunden mit Zubehör zum Räumen ein. "Die Schneeschieber sind gefragter als in den vergangenen Jahren?, berichtet der stellvertretende Marktleiter von Obi in Neukölln, Sascha Tuchen. Aktuell sei aber noch alles vorrätig, auch Streusalz. Allerdings gebe es noch viele offene Bestellungen. Es sei unsicher, wie die Lieferanten mit den Bestellungen nachkommen.
Auch bei Hornbach in Neukölln ist die Nachfrage groß. "Die Schneeschieber sind aus", berichtet eine Mitarbeiterin. Granulat sei noch genügend vorhanden, das Salz sei aber auch ausgegangen. In den nächsten Tagen werde eine neue Lieferung erwartet. Nach Angaben einer Mitarbeiterin eines Baumarktes in Friedrichshain waren dort Salz und Granulat ausverkauft. Beides sei schon nachbestellt, allerdings würden die Firmen keine Liefertermine mehr ausgeben. Man könne nur abwarten.
Die Touristen lassen sich den Toruismuswerbern von visitBerlin zufolge nicht von den Schneemassen abschrecken. Im Gegenteil, sie seien "verzaubert von dem Wetter", sagte Sprecherin Natascha Kompatzki. Für den Dezember erwartet sie ein Besucherplus im Vergleich zum Vorjahr. Die Stadt sei sehr gut gebucht, insbesondere zu Silvester. Dazu trügen die "unglaubliche Vielfalt" an Weihnachtsmärkten sowie die Einkaufsmöglichkeiten bei.
Stornierungen wegen des Wetters gebe es höchstens vereinzelt, wenn ein Flug gestrichen wurde. Berlin habe sich bereits 2004 vom "Winterloch" bei den Touristenströmen verabschiedet. Damals sei damit begonnen worden, den Winter in Berlin intensiv zu bewerben.
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