28.07.2010, 13:35 Uhr | DDP
Berlin (ddp-bln). Die Berliner S-Bahn hat im ersten Halbjahr 2010 einen Millionenverlust verbucht. Wie der Finanzvorstand der Deutschen Bahn, Richard Lutz, am Mittwoch in Berlin sagte, beläuft sich das operative Ergebnis auf ein Minus von rund 40 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch bei plus 30 Millionen gelegen. Grund für den Rückgang seien die anhaltenden Wartungsprobleme.
So habe die finanzielle Situation der Bahn-Tochter vor allem unter den reduzierten Landeszuschüssen gelitten. Der Berliner Senat hatte seine finanziellen Zuwendungen an die S-Bahn gekürzt, weil das Unternehmen seit über einem Jahr nur einen eingeschränkten Verkehr anbieten kann. Grund sind Wartungsmängel an Rädern und Bremsen. Zudem seien weniger Fahrgelder eingenommen worden.
Am 30. Juni vergangenen Jahres hatte das Eisenbahn-Bundsamt (EBA) angeordnet, dass wegen eines Unfalls in Kaulsdorf ein Großteil der S-Bahnflotte aus dem Verkehr gezogen werden muss. Wenige Tage später trat die Führungsspitze der S-Bahn geschlossen zurück.
Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn kann bis heute noch keinen vollständigen Zugverkehr anbieten. Die Kunden müssen mindestens noch bis Jahresende weiter mit Einschränkungen im Fahrbetrieb rechnen. Als Konsequenz aus dem S-Bahn-Chaos prüft der Berliner Senat eine Teilausschreibung des S-Bahn-Netzes. Der aktuelle S-Bahn-Vertrag zwischen dem Land und der Bahn läuft 2017 aus.
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