18.09.2011, 11:24 Uhr | dapd
Routiniert geht Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) in der Anzapfbox im voll besetzten Schottenhamel-Zelt ans Werk. Schon zum 18. Mal darf er beim traditionellen Wiesn-Anstich den Zapfhahn mit einem mächtigen Holzschlägel in das erste Fass treiben. Nur zweimal schlägt Ude zu, dann fließt das Bier. "O'zapft is", verkündet er am Samstag um Punkt 12.00 Uhr unter großem Jubel. "Auf eine friedliche Wiesn."
Den ersten Krug reicht er traditionsgemäß dem Ministerpräsidenten. Ude und Horst Seehofer (CSU) stoßen miteinander an. "Ein Prosit auf die Gemütlichkeit", sagt Ude strahlend. Das 178. Oktoberfest ist eröffnet.
"Wunderbar spannend" sei der Moment vor dem Anstich gewesen, sagt die Wiesn-Chefin und Leiterin des Tourismusamts Gabriele Weishäupl in schwarz-goldenem Dirndl. Seehofer lobt Udes Anzapf-Künste: "Das kann er wirklich gut." Jedes Mal sei er vor dem Anstich vom Lampenfieber befallen worden, blickt Ude zurück. "Zumindest in den letzten Sekunden."
Der Ministerpräsident, der im Trachtenanzug mit seiner Frau Karin erscheint, will "ganz gemütlich und ganz fröhlich" die Oktoberfest-Zeit verbringen. "So erlebe ich seit meiner Kindheit die Wiesn." Vor allem freue er sich auf das Bier. Nach dem ersten Probetrinken sagt er: "Ich hab zwar mehr Schaum erwischt als Bier, aber wenn der Schaum maßgeblich ist für den tatsächlichen Geschmack, dann war es schon sehr gut."
Schmecken wird den Wiesn-Besuchern das Bier sicher, weniger jedoch der Preis. Denn in diesem Jahr wird erstmals die Neun-Euro-Marke geknackt. Bis zu 9,20 Euro kostet die Maß.
Draußen drängen bereits am ersten Wiesn-Tag Menschenmassen aus aller Welt auf die Münchner Theresienwiese. Die Karussells sind voll besetzt, das Riesenrad dreht sich, erste Brathendl und Brotzeitschmankerl landen auf den Tellern in den 16 Festhallen. Schon Stunden vor dem Anstich hatten sich dicke Menschentrauben vor den Festzelten gebildet. Viele waren bereits in der Nacht gekommen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. Das diesjährige Oktoberfest dauert 17 Tage bis zum 3. Oktober. Erwartet werden mehr als sechs Millionen Wiesnfans.
Zahlreiche Politiker und Prominenz wollten sich das Anzapfzeremoniell nicht entgehen lassen. Direkt vor der Anzapfbox sitzt Sänger Heino in einer roten Trachtenjacke neben seiner Gattin. Für ihn sei die Wiesn längst Tradition. "Hier kann man richtig gemütlich sein", sagt er. Moderator Florian Silbereisen, Musikproduzent Ralph Siegel und Sängerin Maite Kelly haben am selben Tisch Platz genommen.
Vor ihnen stehen Holzbretter mit Brotscheiben, Leberwurst und Schinken. Kelly, die in einem schwarz-pinken Outfit mit Trachten-Petticoat erschienen ist, genießt das folkloristische Flair im Zelt. "Alle haben Tracht an, das ist schön." Sie ist zum ersten Mal auf Einladung von Silbereisen, mit dem sie im kommenden Jahr auf Tournee gehen will, nach München gereist. "Das Gefühl hier kann man nicht beschreiben, die Wiesn muss man erleben", sagt sie strahlend.
Zwtl.: Politiker wollen keinen Wahlkampf auf Oktoberfest
Auf dem Balkon des Zelts haben unter anderen Grünen-Chefin Claudia Roth und Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) Platz genommen. Seehofer und Ude, der gegen den Ministerpräsidenten bei der nächsten bayerischen Landtagswahl 2013 antreten will, plaudern ausgelassen miteinander. Politischer Wahlkampf habe auf dem Oktoberfest nichts zu suchen, beteuern beide an diesem Tag. "Auch nicht annähernd nähern wir uns irgendwelchen Wahlkampfritualen, auch wenn das von uns erwartet wird."
dapd
Alois schrieb:
am 17. September 2011 um 17:17:24
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Die Wiesn sollte ein Ort der Freude sein.
Es ist in Ordnung,wenn auf der Wiesn parteipolitische Punkte keine Rolle spielen.Für Ude,als
Münchner Oberbürgermeister,ergibt sich aber die Aufgabe,dafür zu sorgen,dass die Besucher Münchens(auch farbige Ausländer!)vom städtischen Personal höflich und zuvorkommend behandelt werden.Da nützt es nicht,wenn Ude vollmundig gegen rechtsradikale Werbung dampfplaudert(Das Problem wird seit Jahren erfolgreich gelöst.)sein Personal jedoch im Einzelfall farbige Ausländer schlecht behandelt.
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