17.11.2011, 15:18 Uhr | dapd
In mehreren bayerischen Städten haben Studierende und Dozenten am Donnerstag für ein besseres Bildungssystem demonstriert und sich damit an einem bundesweiten Bildungsstreik beteiligt. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 1.500 Menschen am Demonstrationszug in München teil. In Nürnberg und Regensburg beteiligten sich jeweils etwa 400 Personen. In Regensburg besetzten Studenten für einige Stunden das Verwaltungsgebäude.
Die Streikenden fordern mehr Mitbestimmung, Chancengleichheit für alle Lernenden, eine demokratische Organisation der Hochschulen und die Abschaffung der Studiengebühren. Unter den Teilnehmern waren auch Schüler, Azubis und Gewerkschaftsvertreter. Unterstützung kam von den Oppositionsparteien im Landtag, dem DGB sowie vom Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV).
Die Sprecherin der bayerischen Studierendenvertretung, Franziska Traube, sagte: "Andere Bundesländer haben eingesehen, dass Studiengebühren sozial selektiv wirken und eine enorme Belastung für finanziell schlecht gestellte Studierende bedeuten." Die studentische Senatorin der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Esther Dammer, beklagte ein "unübersehbares Chaos an den Hochschulen". Diese seien "mit dem doppelten Abiturjahrgang offensichtlich überfordert". Die Politik könne sich "auf ein heißes Jahr 2012 gefasst machen".
Nach Angaben eines Sprechers der Universität Regensburg besetzten bereits in der Nacht zum Donnerstag rund 40 Studierende den Vorraum des Senatssaals und den Rektoratstrakt. Die herbeigerufene Polizei musste jedoch nicht eingreifen, die Veranstaltung löste sich friedlich auf. Am Donnerstagnachmittag zogen nach Hochschulangaben rund 400 Studierende in einem Protestzug von der Uni in die Innenstadt.
BLLV-Chef Klaus Wenzel monierte, an den Hochschulen seien "die Voraussetzungen für ein vernünftiges Studium denkbar ungünstig". Angesichts überfüllter Hörsäle, überbelegter Kurse und "unerträglicher" Rahmenbedingungen für Studierende und Dozenten sei mehr Geld für die Hochschulen nötig.
Die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ulrike Gote, verlangte ein gebührenfreies Erststudium. Die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Isabell Zacharias, kritisierte die Staatsregierung im Zusammenhang mit dem doppelten Abiturjahrgang. Es fehle an Seminarräumen, Wohnheimplätzen und Sitzplätzen im Hörsaal.
Der bildungspolitische Sprecher der Freien Wähler im Landtag, Günther Felbinger, sagte: "Wenn Bildung gelingen soll, brauchen wir zuallererst eine bessere personelle Ausstattung der Schulen."
dapd
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