10.10.2011, 17:41 Uhr | dapd
Auf den Flughäfen inMünchen und Nürnberg ist es am Montag zu teils erheblichen Verspätungen gekommen. Mitarbeiter des Bodendienstes hatten sich an beiden Airports zu außerordentlichen Betriebsversammlungen getroffen. Hintergrund der Aktion sind die umstrittenen EU-Pläne zur Liberalisierung von Flughafen-Dienstleistungen.
Am Münchner Flughafen wurden am Nachmittag zahlreiche Maschinen nur mit einer Verzögerung zwischen 30 und 45 Minuten abgefertigt, wie ein Sprecher des Airports auf dapd-Anfrage sagte.
An der außerplanmäßigen Betriebsversammlung hätten sich ab 14.00 Uhr rund 300 Mitarbeiter beteiligt. Dies habe etwa der Hälfte des zum Bodendienst eingeteilten Schichtpersonals entsprochen, sagte der Sprecher. Die Versammlung dauerte bis 16.00 Uhr, anschließend habe sich der Flugverkehr wieder normalisiert.
Am Flughafen Nürnberg war es bereits am Vormittag ebenfalls wegen einer Betriebsversammlung zu Verzögerungen bei der Abfertigung gekommen. Hier betrugen die Verspätungen bis zu 60 Minuten, wie ein Sprecher des Flughafens auf Anfrage sagte. Sieben Maschinen seien betroffen gewesen.
Im Kampf gegen die EU-Pläne drohte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erstmals mit Streiks an deutschen Flughäfen. Die bundesweit rund 20.000 Beschäftigten bei der Bodenabfertigung befürchten durch den EU-Vorstoß eine zusätzliche Wettbewerbsverschärfung und sinkende Löhne. EU-Kommissar Siim Kallas will mehr Wettbewerb für die Dienstleistungen auf dem Rollfeld. So sollen die Flughafenbetreiber selbst kein Bodenpersonal mehr beschäftigen dürfen.
dapd
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