18.04.2011, 09:37 Uhr | dapd
Berlin (dapd-bln). Die künftige Parklandschaft am ehemaligen Flughafen Tempelhof wird nach Entwürfen zweier britischer Architekturbüros gestaltet. Eine Wettbewerbsjury wählte aus 78 Entwürfen die Arbeiten von "gross.max. Landschaftsarchitekten" und "Sutherland Hussey Architekten" aus, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) am Freitag in Berlin.
Das Feld soll ab 2013 für 61,5 Millionen Euro in drei Etappen kultiviert werden. Den Angaben zufolge entstehen Wassergräben, eine Freiluft-Veranstaltungsarena, neue Aussichtsplattformen, darunter ein sogenanntes Wolkenobservatorium, und mehrere Wäldchen. Am östlichen Rand des Areals soll ein bis zu 60 Meter hoher Kletterfelsen errichtet werden. Ebenfalls neu gebaut wird ein 800.000 Euro teurer Pavillon. Der Betrieb des Parks liegt in den Händen der Grün Berlin GmbH, die bereits jetzt für die Fläche verantwortlich zeichnet.
Das gesamte Gelände ist als Tempelhofer Freiheit seit Mai 2010 der Öffentlichkeit zugänglich. Der Flugbetrieb in Tempelhof war am 31. Oktober 2008 nach 85 Jahren eingestellt worden.
Laut Senatsbaudirektorin Regula Lüscher wird die künftige Parklandschaft von großen Kreisen und weiträumigen Ellipsen eingefasst. Direkt am ehemaligen Flugvorfeld entstehen demnach zwei Wiesenkreise für Konzerte und ähnliche Veranstaltungen. Der bislang dort installierte Zaun wird durch einen Wassergraben ersetzt. Im Winter könnte aus der Arena eine Eislauffläche werden, sagte Lüscher. Im Südosten gibt es weiterhin einen Naturschutzbereich.
Exakt am geografischen Mittelpunkt der 220 bis 250 Hektar großen Flughafenfläche soll ein Restaurant mit Café entstehen. Für bestimmte Punkte des Parks stellen sich die Planer Fesselballons vor, aus denen die Szenerie von oben zu sehen ist. Die ehemaligen Landebahnen werden verlängert und dienen später im Osten wie im Westen als Zugangswege. Insgesamt soll es acht Ein- und Ausgänge geben. Am südlichen Ende des Parks entsteht eine neue S-Bahn-Station.
Der mit den Planungen betraute Architekt Eelco Hooftman sagte: "Die Weite und Offenheit machen Tempelhof einzigartig. In anderen Parks sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, Tempelhof hingegen bietet einen 360-Grad-Blick." Das Konzept sehe statt Naturschutz "Naturaktivierung" auf dem gesamten Gelände vor. Ein weiteres Ziel sei es, die Artenvielfalt zu erhöhen. Die elliptischen Wege und die ehemaligen Landebahnen wiederum könnten "Spielwiesen der Phantasie" werden, sagte der Architekt. Zugleich verstünden sich die kultivierten Flächen als Nachbarschaftspark für die Anwohner.
Das gesamte Vorhaben verstehe sich als Prozess, an dem auch weiterhin die Bürger beteiligt würden. Eine erste Veranstaltung ist Hooftman zufolge für den 2. Mai geplant. Die Internationale Gartenbauausstellung in Tempelhof 2017 (IGA) sei nicht nur Teil des Prozesses, sondern "wesentlicher Katalysator".
Die neue Parklandschaft wird Junge-Reyer zufolge in allen Entwicklungsetappen für Bürger kostenfrei zugänglich sein. Nachts bleibe die Fläche aber weiterhin geschlossen. Eine Ausnahme bilde zudem die IGA-Zeit 2017. Während der 170 Tage dauernden Ausstellung werde ein 90 Hektar umfassendes IGA-Areal im nordöstlichen Bereich eingezäunt. Besucher müssen für diesen Teil Eintritt bezahlen.
dapd
Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr