06.01.2012, 09:20 Uhr | dapd
Der Zustand der saarländischen Wälder ist im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil geblieben. Unverändert wiesen 27 Prozent des Baumbestandes deutliche Schäden auf, sagte Umweltstaatssekretär Klaus Borger (Grüne) am Donnerstag bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2011 in Saarbrücken. Eine Ausnahme habe es lediglich bei der Buche gegeben, bei der der Anteil der geschädigten Bäume sprunghaft von 27 auf 51 Prozent gestiegen sei. Grund dafür sei die im vergangenen Jahr starke Fruchtentwicklung gewesen, wodurch die Blattbildung deutlich geringer ausgefallen sei.
Bei Eiche, Fichte und Kiefer habe sich dagegen der Trend einer kontinuierlichen Erholung seit dem Jahr 2006 weiter fortgesetzt. Besorgt zeigte sich Borger über die Entwicklung der Verbissschäden bei Jungwäldern insbesondere durch Reh- und Rotwild. Dies könne auf mittlere Sicht zu einer "Entmischung" des Waldes führen, weil das Wild einzelne Baumarten besonders gerne verbeiße und somit den Aufwuchs dieser Baumarten gefährde.
Zur Erfassung dieser speziellen Gefährdungen habe das Ministerium mit dem Waldzustandsbericht bereits zum zweiten Mal ein eigenes Verbissgutachten erstellen lassen. Anhand dieser Inventurdaten würden in Zukunft auch die Abschusszahlen in Abstimmung mit den Jägern festgelegt werden, kündigte Borger an.
Borger betonte zudem, in Folge des Klimawandels sei in Zukunft mit zunehmend mehr extremen Witterungsverhältnissen zu rechnen. Dazu zählten etwa längere Trockenperioden. So sei im vergangenen Jahr in den Monaten von Februar bis Mai lediglich ein Drittel des sonst üblichen Niederschlags gefallen. Vor diesem Hintergrund sei es eine "forstpolitische Verpflichtung", dieser Entwicklung mit einem "breitem Baumartenspektrum" zu begegnen.
Besonderes Augenmerk will der SaarForst Landesbetrieb auch auf die Wasserhaltung der Wälder legen. Insbesondere gelte es, die lange Zeit übliche Entwässerung der Wälder wieder rückgängig zu machen, beispielsweise durch das Schließen von Entwässerungsgräben. Zudem müsse der Bestand tiefwurzelnder Bäume sowie von Biomasse wie Kräutern und Gräsern zur Wasserhaltung erhöht werden.
Das Saarland gehört mit einem Waldanteil von rund 37 Prozent der Gesamtfläche zu den waldreichen Bundesländern. Von den rund 93.000 Hektar Wald sind etwas über 40 Prozent Staatswald und jeweils knapp 30 Prozent in kommunalem oder privatem Besitz.
dapd
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