17.10.2011, 07:49 Uhr | dapd
Mit einem leichten Besucherplus im Vergleich zum Vorjahr ist am Sonntag die 63. Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Rund 283.000 Menschen besuchten seit Mittwoch die Hallen auf dem Messegelände, wie die Veranstalter mitteilten. Das sei ein Zuwachs von etwa einem Prozent im Vergleich zu 2010, als rund 279.300 Besucher kamen. Im Jahr davor hatten sich allerdings um die 292.000 Menschen die weltgrößte Branchenschau angesehen.
Das diesjährige Ehrengastland Island hatte zuvor begeistert Bilanz gezogen. Der Direktor des Organisationskomitees, Halldór Gudmundsson, zeigte sich erfreut über "die überwältigende und fast schon euphorische Resonanz" über den Auftritt des bislang kleinsten Ehrengastlandes in der Geschichte der Buchmesse. "All unsere Erwartungen und Hoffnungen sind übertroffen worden", sagte Gudmundsson.
Besonders gut angekommen sei der Pavillon, der Bilder von Lesern und einen 360-Grad-Panorama-Naturfilm zeigte und damit zwei der wichtigsten Aspekte isländischen Lebens ausstellte, sagte der Chef des Organisationskomitees. Lesungen von rund drei Dutzend Autoren von der Nordmeerinsel rundeten den gelungenen Auftritt unter dem Motto "Sagenhaftes Island" aus Sicht Gudmundssons ab.
Zum Gastlandauftritt kamen rund 230 Bücher isländischer Autoren neu auf den deutschen Markt. Buchmesse-Direktor Juergen Boos sagte: "Island hat uns gezeigt: Geschichten erzählen ist lebensnotwendig."
"Markt wird facettenreicher"
Boos zeigte sich zum Abschluss der Buchmesse zum wiederholten Mal erfreut über die Veränderungen im Mediensektor. Die zunehmende Digitalisierung erlaube "ein lebhaftes Experimentieren mit neuen Ideen und neuen Formen des Geschichtenerzählens". Die Vielfalt der Möglichkeiten sei enorm, "die internationale Buch- und Verlagsbranche ist sehr viel facettenreicher geworden", sagte Boos. Er schwärmte von der "Aufbruchsstimmung" in der Branche.
Die wachsende Vernetzung der Verlagsszene mit "angrenzenden Kreativbranchen" manifestiere sich auf der Buchmesse. Unter den knapp 7.400 Ausstellern aus 106 Ländern seien so viele Vertreter aus Film-, Spiele- und Internet-Industrie gewesen wie nie zuvor. Genaue Zahlen dazu veröffentlichte die Buchmesse nicht.
Die Welt entdeckt die isländische Literatur
Nach Auskunft der Buchmesse-Sprecherin Katja Böhne empfanden auch die Rechtehändler, Agenten und Verlage die sich neuen Formaten öffnende Messe als Bereicherung. Zahlen dazu würden der Buchmesse von den Firmen zwar nicht vorgelegt. Aber Befragungen hätten ergeben, dass sich die Händler über "viele und teils unerwartete Deals" gefreut hätten. Die Zahl der Rechtehändler steigt nach Angaben der Messeleitung seit Jahren kontinuierlich an. Am meisten gefragt seien nach wie vor Titel aus dem englischsprachigen Raum.
Der Vorsitzende des isländischen Verlegerverbandes, Kristján Jonasson, bilanzierte: "Für die isländischen Verlage ist eine ganz neue Situation bei den internationalen Rechteverhandlungen entstanden." Vor allem Verlage aus Osteuropa und Asien hätten nach Lizenzen für Übersetzungen gefragt.
dapd
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