01.04.2011, 13:33 Uhr | dapd
Berlin/Potsdam (dapd-bln). Die Diskussionen um mögliche Risiken für den Forschungsreaktor in Berlin-Wannsee durch Flugzeugabstürze halten an. Am Freitag forderte die Bürgerinitiative Spandauer Süden gegen Fluglärm in einem Offenen Brief vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), sich für eine Flugverbotszone im Umkreis von vier Kilometern einzusetzen. Das Schreiben ging parallel an die Fraktionen des Abgeordnetenhauses.
Wowereit solle die Einrichtung einer dauerhaften Flugverbotszone über dem Reaktor vor Inbetriebnahme des Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld in die Wege leiten, heißt es in dem Brief. Zugleich müssten die Betriebssicherheit und das Sicherheitskonzepts des Reaktors überprüft werden. Schließlich befinde sich neben der BER II genannten Anlage auch die Zentralstelle für radioaktiven Abfall. Die Bürgerinitiative Weltkulturerbe Potsdam forderte jüngst eine Flugverbotszone über dem Reaktor mit einem Radius von acht Kilometern.
Die künftigen Flugrouten des BBI werden von der Deutschen Flugsicherung festgelegt. Die Behörde hatte am Montag Vorschläge vorgelegt, die Überflüge von Wannsee nicht ausschließen.
Der Forschungsreaktor wurde in den 50er Jahren errichtet. Laut Betreiber Helmholtz-Zentrum Berlin hat der Reaktor eine Leistung von zehn Megawatt und produziert Neutronen für wissenschaftliche Experimente. Ein AKW-Reaktor habe eine Leistung von 3.000 bis 4.000 Megawatt.
dapd
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