20.10.2011, 13:29 Uhr | dapd
Die Koblenzer Bundesgartenschau (BUGA) hat die Region "in Richtung Champions League des deutschen Tourismus" katapultiert. Das sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag in der Fragestunde des Mainzer Landtags. Die erste Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz sei eine "einzigartige Werbeaktion" für die Stadt Koblenz und das Obere Mittelrheintal gewesen. "Die BUGA hinterlässt viele Spuren, sie geht als Leuchtturmprojekt in der Stadtgeschichte ein", sagte der Minister.
Lewentz sprach von einem "historischen Ereignis", das eine ganze Generation lang nachwirken werde. Verkehr, Wohnumfeld, Tourismus und Kultur seien "im wahrsten Sinne des Wortes verwandelt" worden. Dazu habe die BUGA ein "sattes Plus" von 13 Millionen Euro gemacht. Von den Gesamtkosten von rund 54 Millionen Euro habe das Land genau 46.119.000 Euro zugeschossen. Dazu seien weitere 110 Millionen Euro an Infrastrukturmitteln in die Stadt geflossen.
"Koblenz ist damit die am stärksten finanziell geförderte Stadt in Rheinland-Pfalz", betonte Lewentz. Mit insgesamt 160 Millionen Euro sei die BUGA das größte Konjunkturprogramm des Lands gewesen. "Die BUGA hat viele mittelständische Betriebe durch die Krise getragen", sagte der Minister weiter. Hotels und Gastronomiebetriebe in einem Umkreis von mindestens 15 Kilometer hätten davon profitiert. Die zu einem Familienhotel umgestaltete Jugendherberge könne sich ebenso wie die Hotels in der Region vor Anfragen kaum retten.
Zur BUGA waren Lewentz zufolge 3.569.269 Besucher gekommen. Fast 77.000 Dauerkarten wurden verkauft, jeder Dauerkartenbesitzer besuchte die Schau im Schnitt dreizehn Mal. In dem halben Jahr der BUGA fanden 1.600 Veranstaltungen statt, mehr als 21.000 Ehrenamtliche waren dort tätig.
Lewentz mahnte zudem, der positive Effekt der BUGA müsse nun "am Leben gehalten werden." Es gelte, nicht nur den Status Quo aufrecht zu erhalten, sondern die touristischen Ziele weiter zu entwickeln. In Koblenz sei nun der "Rahmen für eine einmalige kulturelle Situation" geschaffen, diese Chance gelte es zu nutzen.
Zugleich machte der Minister Hoffnung auf einen Erhalt der für die BUGA geschaffenen Seilbahn über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein. Ursprünglich als reines Transportinstrument geplant, habe sich die Seilbahn schnell zum "absoluten Hingucker" entwickelt, sagte Lewentz. "Wenn sich die Stadt Koblenz entscheidet, die Seilbahn beizubehalten, sind wir sehr, sehr gesprächsbereit", betonte er. Er habe außerdem "mit Vergnügen wahrgenommen", dass Mitglieder der Unesco ihre Meinung zur Seilbahn geändert hätten.
Das Obere Mittelrheintal ist seit gut zehn Jahren Unesco-Weltkulturerbe, die Seilbahn war deshalb von der Unesco zunächst mit Skepsis aufgenommen worden und muss eigentlich wieder abgebaut werden.
dapd
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