13.02.2012, 13:42 Uhr | dapd
Die atomaren Zwischenlager in Deutschland sollen einem Stresstest unterzogen werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Die Antwort liegt der Nachrichtenagentur dapd vor.
Die Entsorgungskommission (ESK) untersuche "alle Einrichtungen für die Aufbewahrung bestrahlter Brennelemente in Transport- und Lagerbehältern", heißt es in dem Schreiben des Umweltministeriums an die Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl. Überprüft werden soll demnach ausdrücklich auch das Risiko bei einem Flugzeugabsturz.
Ein Kriterienkatalog für den Stresstest wird nach Angaben des Ministeriums von der ESK derzeit erarbeitet. Bevor die eigentliche Untersuchung beginnen kann, muss zudem noch die Frage geklärt werden, welche Sachverständigen den Prozess begleiten. Das Ergebnis der Überprüfung soll voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen.
Kotting-Uhl kritisierte das Tempo der Vorbereitungen. Bislang verliefen diese "eher unstressig und gemächlich", sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. "Es wird Zeit, dass jetzt wenigstens einmal der Fragenkatalog auf den Tisch kommt", fügte sie hinzu. Seit der Rücknahme der Laufzeitverlängerung sei bei der Bundesregierung die Luft raus. Zugleich beklagte sie, dass die Kriterien des AKW-Stresstests zu lasch gewesen seien. Sie forderte eine strengere Grundlage für die Sicherheitsüberprüfung der Zwischenlager.
Auch Umweltschützer fordern ein höheres Tempo bei den Stresstests. Die beiden Gorlebener Hallen für radioaktive Abfälle müssten umgehend einem Sicherheitscheck unterzogen und die Bevölkerung über die Ergebnisse informiert werden, erklärte am Montag die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.
In den Stresstest sollen "nach bisheriger Einschätzung" unter anderem auch "Einrichtungen für die Be- und Verarbeitung" einbezogen werden, zu denen insbesondere die Landessammelstellen gehören, in denen Abfälle aus Industrie, Forschung und Medizin gelagert werden. Die Abklingbecken der Atomkraftwerke werden hingegen von der Reaktorsicherheitskommission untersucht.
dapd
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