26.10.2011, 12:14 Uhr | dapd
In Rheinland-Pfalz werden fünf der derzeit 33 Bundeswehrstandorte geschlossen. Davon sind mehr als 3.600 Soldaten und zivile Beschäftigte betroffen. Die Entscheidung gab das Verteidigungsministerium am Mittwoch bekannt.
Aufgegeben werden die Standorte in Speyer (1.370 Beschäftigte), Kusel (1.200 Beschäftigte), Bad Neuenahr-Ahrweiler (570 Beschäftigte), Birkenfeld (390 Beschäftigte) und der Truppenübungsplatz in Emmerzhausen im Kreis Altenkirchen (120 Beschäftigte).
In den betroffenen Gemeinde ist die Entscheidung aus Berlin mit Enttäuschung aufgenommen worden. Der Bürgermeister von Birkenfeld, Peter Nauert, sagte: "Das ist der Super-GAU für Birkenfeld." Die Stadt mit etwas mehr als 6.500 Einwohner habe bis zuletzt Hoffnung gehabt, dass der Standort erhalten bleibe, betonte Nauert. Der strukturschwache Landkreis habe schließlich schon in den 1990er-Jahren den Weggang der dort stationierte US-Soldaten verkraften müssen.
Der Landrat des Kreises Altenkirchen, Michael Lieber (CDU), in dem der Truppenübungsplatz Stegskopf am Standort Emmerzhausen liegt, sprach gar von einer "Kampfansage an den ländlichen Raum". Die Schließung des Standortes sei völlig unerwartet gekommen, betonte Lieber. "Wir werden uns wehren müssen", kündigte er an. Gerade in Altenkirchen habe die Bevölkerung von der Bundeswehr profitiert und es seien wichtige Arbeitsplätze entstanden.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) forderte unterdessen im Deutschlandfunk, dass die betroffenen Länder und Kommunen vom Bund eine entsprechende finanzielle Kompensation erhalten sollten. In ganz Deutschland werden 31 Standorte aufgegeben. Hinzu kommen 33 Standorte, in denen die Zahl der Dienstposten auf unter 15 reduziert werden und die damit nicht mehr als Standorte gelten.
dapd
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