23.02.2012, 19:28 Uhr | dapd
Der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. hat gestanden, der Zwickauer Terrorzelle ihre wichtigste Tatwaffe geliefert zu haben. Das erklärte sein Anwalt am Donnerstag in Köln und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Mit der tschechischen Ceska sollen die Terroristen mindestens neun Morde verübt haben.
Der kürzlich verhaftete Ex-NPD-Funktionär Carsten S. war den Ermittlungen zufolge zeitweise der wichtigste Kontaktmann der im Januar 1998 in Jena abgetauchten Terroristen. Im Jahr 2000 brach er die meisten Kontakte in die rechtsradikale Szene ab. Kurz nachdem ein Zeuge die Strafverfolger Ende Januar auf seine Spur gebracht hatte, wurde er verhaftet. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
Sein Anwalt erklärte, Carsten C. sei zwar Kontaktperson gewesen und habe die Waffe organisiert. Er habe aber keine Kenntnis davon gehabt, dass das inzwischen als Zwickauer Terrorzelle bekannt gewordene Trio Straftaten geplant oder bereits begangen habe. Diesen Sachverhalt habe sein Mandant bereits am 1. Februar dem Haftrichter beim Bundesgerichtshof mitgeteilt.
Die Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos bestellten laut "Spiegel Online" aus dem Untergrund eine schussbereite Handfeuerwaffe mit Schalldämpfer. Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft habe sie der damals 19-jährige Neonazi Carsten S. bei einem Gesinnungsgenossen in Thüringen abgeholt und Böhnhardt übergeben, der sich mit seinen beiden Komplizen seinerzeit in einer konspirativen Wohnung im sächsischen Chemnitz versteckt habe.
dapd
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