28.11.2011, 16:58 Uhr | dapd
Der Castor-Transport steht unmittelbar vor seiner letzten Etappe: Die Betreibergesellschaft des Atommüll-Zwischenlagers Gorleben hat bis Montagnachmittag alle elf Behälter mit der hoch radioktiven Ladung in Dannenberg vom Zug auf Tieflader verladen. "Das Umsetzen ist technisch abgeschlossen", sagte ein Sprecher der Gesellschaft auf dapd-Anfrage. Unterdessen startete ein Großaufgebot der Polizei damit, die von Castor-Gegnern besetzte Strecke frei zu räumen.
Bereits während der letzte Behälter in Dannenberg umgeladen wurde, begannen die Beamten damit, die traditionelle Sitzblockade vor der Zufahrt ins Zwischenlager zu räumen. Dort besetzten mehrere hundert Umweltschützer die Straße. Ein Polizeisprecher sagte dapd vor Ort, es sei zunächst mit einem "friedlichen Verlauf" der Polizeiaktion zu rechnen. "Die Räumung wird allerdings konsequent durchgesetzt."
Die Beamten gingen überdies davon aus, dass die Räumung "bis zu vier Stunden" dauern könne. Damit könnten die elf Castor-Behälter ihre letzte Etappe bis ins atomare Zwischenlager bis 20.00 Uhr antreten. Aktivisten der Gruppe "X-tausendmalquer" berichteten, die Beamten hätten es mit der Räumung vor Gorleben offensichtlich "sehr eilig".
Die Tieflader müssen je nach Route noch bis zu zwanzig Kilometer nach Gorleben zurücklegen. Dafür stehen ihnen zwei Strecken zur Verfügung. Zeitgleich mit dem Start der Räumung in Gorleben schob die Polizei gegen 16.00 Uhr auf der südlichen Route einen Kleinbus von der Straße. Zwei Aktivisten von Greenpeace hatten sich darin mit einer Betonkonstruktion befestigt. Die Polizei musste den Betonklotz erst anheben und am Fahrzeug fixieren, da die Aktivisten unterdessen weiter mit ihren Händen feststeckten, wie ein dapd-Reporter meldete.
Der Sonderzug war am Mittwoch an der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague gestartet. Der 13. Castor-Transport legte fast 1.800 Kilometer zurück. Er brauchte dafür so lange wie kein anderer vor ihm: Schon am Sonntagmittag, 12 Uhr, überschritt er den bisherigen Negativ-Zeitrekord von 92 Stunden. Bei Abschluss der Verladung in Dannenberg waren es schon 120 Stunden.
Der Transport fuhr im Saarland über die französisch-deutsche Grenze, durch die Pfalz weiter nach Hessen, wenige Kilometer durch einen Zipfel von Bayern und schließlich durch Niedersachsen. Er wird in Deutschland von etwa 19.000 Polizisten geschützt.
In der Pfalz und vor allem auf der nur eingleisigen Strecke im Wendland zwischen Lüneburg und Dannenberg wurde der Sonderzug mehrfach aufgehalten. Zuletzt blockierten vier Aktivisten der "Bäuerlichen Notgemeinschaft" mehr als einen halben Tag lang die Strecke. Dafür ketteten sie sich in einer Beton-Pyramide auf den Gleisen zusammen. Die Aktivisten gaben letztlich auf.
dapd
HGK schrieb:
am 28. November 2011 um 17:19:20
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Green Peace
Wann wird dieser Organisation endlich die Gemeinnützigkeit entzogen ?? Chaöten !!!
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