16.02.2011, 12:51 Uhr | dapd
Heilbronn (dapd-bwb-bwb-bwb). Der Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll hat am Mittwochmorgen Heilbronn passiert. Dort habe es keine Zwischenfälle gegeben, teilte ein Sprecher der Polizei mit.
Mit etwa zwei Stunden Verzögerung hatte der Zug am frühen Morgen das Gelände der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe verlassen. Kurz vor der Abfahrt der Castoren hatte die Polizei eine Blockade auf den Gleisen geräumt. Nach Angaben der Polizei wurden etwa 300 Menschen vorläufig in Gewahrsam genommen.
Der Zug transportiert fünf Castor-Behälter nach Mecklenburg-Vorpommern in das Zwischenlager nahe Lubmin, das von der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH (EWN) betrieben wird. Die verglasten Flüssigabfälle stammen aus der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, die Anfang der 1990er Jahre stillgelegt wurde. Der Zug soll am Donnerstag im Zwischenlager eintreffen. Atomkraftgegner haben entlang der Strecke zu weiteren Protestaktionen aufgerufen.
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat indes am Dienstagabend das Versammlungsverbot der Stadt Karlsruhe anlässlich des Castor-Transports für rechtmäßig erklärt. Die Richter bestätigten die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Karlsruhe, das Eilanträge gegen das Versammlungsverbot abgelehnt hatte. Karlsruhe hatte Versammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge im Abstand von 50 Metern zur Transportstrecke im Gemeindegebiet verboten.
dapd
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