08.11.2011, 17:42 Uhr | dapd
Der ehemalige hessische CDU-Landtagsabgeordnete Gerhard Keil will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für einen Wildunfall mit drei Toten zur Verantwortung ziehen. Ramsauer sei stellvertretend für die lokalen Behörden für den Unfall verantwortlich, sagte Keil, der Pächter eines anliegenden Jagdreviers ist, am Dienstag auf dapd-Anfrage. Er beklagt, ein Teilstück eines Wildzaunes auf dem Parkplatz Hegberg an der A 5 bei Alsfeld (Vogelsbergkreis) sei nach einer Sanierung nicht wieder aufgebaut worden. Dadurch sei es Tieren möglich, auf die Fahrbahn zu gelangen.
In der Nähe des Parkplatzes waren vor mehr als einer Woche drei Menschen ums Leben gekommen. Auslöser des Unfalls war ein Wildschwein. Die Autobahnpolizei in Bad Hersfeld bestätigte den Eingang der Anzeige. Dort wollte sich niemand zu dem Vorgang äußern.
Keil sagte, der Zaun sei nach einer Sanierung des Parkplatzes vor drei Jahren nicht wieder vollständig aufgebaut worden. Seitdem weise er immer wieder auf die Gefahr durch Wildunfälle an dieser Stelle hin. Briefe an zuständige Stellen seien unbeantwortet geblieben. Nach seinen Angaben ist die Umgebung des Parkplatzes bekannt für das hohe Wildschweinaufkommen. Mit der Anzeige wolle er etwas in Bewegung bringen, sagte Keil. Das Problem fehlender Wildzäune betreffe nicht nur auf den Parkplatz an der A 5, sondern ganz Deutschland.
In der vergangenen Woche hatte zunächst ein Kleintransporter zwischen Homberg/Ohm und Alsfeld/West ein Wildschwein auf der linken Spur überfahren und daraufhin auf dem Standstreifen gehalten. Ein mit drei jungen Frauen aus Göttingen besetzter Wagen fuhr ebenfalls über das tote Wildschwein und steuerte danach auf die Pannenspur. Ein weiteres Fahrzeug, das mit dem Wildschwein kollidierte, wurde gegen das Auto der Frauen aus Göttingen geschleudert, die sich hinter dem Fahrzeug befanden.
Dabei wurden eine 28 und eine 16 Jahre alte Frau sowie der 46 Jahre alte Fahrer des dritten Unfallwagens tödlich verletzt. Die Frauen aus Göttingen waren Angehörige einer Basketballmannschaft, die ihnen mit Kleinbussen folgte und den schweren Unfall mit ansehen musste. Sie wurden von einem Notfallseelsorger betreut.
Keil war von 1976 bis 1985 Mitglied des hessischen Landtags. Er ist Pächter des Jagdreviers Göbelnrod, einem Stadtteil von Grünberg (Landkreis Gießen). Er kündigte für Freitag einen Ortstermin an dem Parkplatz an. Neben Pressevertretern hat er nach eigenen Angaben Vertreter der Gemeinde und der Polizei eingeladen.
dapd
Kalle schrieb:
am 8. November 2011 um 18:36:31
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Wildunfall
Der Pächter Keil hat recht.Bin mal gespannt wie weit er mit seiner Anzeige gegen Ramsauer kommt. Es muss immer erst was
passieren, bevor sich was bewegt. Wen kümmerts bei den Behörden, alle wissen es, wurden ja auch ständig angeschrieben aber es rührt sich keiner. Da wird wohl jetzt jeder Verantwortliche alle Schuld von sich weisen. Hauptsache die Pension stimmt. -Deutschland schafft sich doch ab-.
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