17.08.2011, 11:59 Uhr | dapd
München (dapd-bay). Ein Doppelbett, zwei Schränke und zwei Bewohner: Es wird eng in den sieben Quadratmeter großen Containern, die in diesem Jahr auf dem traditionellen "Wiesn Camp" in München aufgestellt werden. Für Initiator Gunnar Froh hat das Containerdorf "Eventcharakter", er verspricht "mehr als ein Abenteuer". 98 Wohnboxen werden in diesem Jahr zusammen mit Caravans und Zelten im Reitstadion im Münchener Stadtteil Riem stehen.
Froh ist deutscher Landesmanager für Airbnb. Der Online-Marktplatz für die Vermietung und Buchung von Privatunterkünften vermietet die Container. Ein paar Tage vor der Wiesn sollen sie im Camp platziert werden, zwei Tage vor dem Anstich am 17. September können die Gäste ihren Container beziehen. "Nur noch wenige verfügbar", warnt der Betreiber auf seiner Homepage.
Zwtl.: Gemeinschaftsbad im Camp
Auch Camp-Organisator Bernhard Obst rechnet mit großem Ansturm auf die Wohnboxen. Froh und er vermuten potenzielle Container-Fans vor allem unter den Wiesn-Besuchern ab 25: "Je älter die Menschen werden, desto weniger gerne gehen sie in Zelte", sagt Obst.
Wesentlich komfortabler als in den Zelten sei es in den beheizten und klimatisierten Containern, versichert Froh. Dabei müssen sich die Gäste die Toiletten und Duschen teilen - und die Preise von 129 Euro unter der Woche und 169 Euro am Wochenende stehen denen eines Hotels laut Auswertung des Internet-Hotelportals HRS nicht viel nach.
Um durchschnittlich 77 Prozent zum Jahresmittel steigen die Hotelpreise nach HRS-Angaben während des Oktoberfestes. Knapp 169 Euro zahlen Gäste dann im Durchschnitt für eine Nacht im Drei-Sterne-Hotel - so viel wie für eine Wochenend-Nacht im Container.
Vorrangiges Ziel der Container sei es auch nicht, billiger als die Hotels zu sein, erläutert Froh. Vielmehr geht es ihm um das gemeinsame Erlebnis und die freundschaftliche Atmosphäre auf dem Campingplatz. Im Hotel gebe es "kein Abenteuer, keine Oktoberfeststimmung".
Den Hauch von Abenteuer nutzen manche sogar zur Stärkung der Teammoral: Eine amerikanische Firma hat 15 Container für ein paar Nächte gebucht, um während der Wiesn ein stärkeres Wir-Gefühl zu entwickeln. Gerade auf solche Gruppen ziele das Angebot ab - nicht nur auf Pärchen, sagt Froh.
"Liebes-Container" seien seine Kasten jedenfalls nicht, stellt Froh klar. Auch Kollegen und Freunde seien froh, jeweils zu zweit alle nebeneinander übernachten zu können. Auch Obst lässt solch spöttische Bezeichnungen nicht gelten: "Um Gottes Willen", sagt er. "Wir sind brave Bayern."
dapd
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