03.01.2011, 09:31 Uhr | DAPD
Erfurt (dapd-lth). Thüringens Hoteliers und Gastronomen fordern ein stärkeres Mitspracherecht in der Tourismuspolitik des Freistaats. "Bei der Entwicklung eines Thüringer Tourismuskonzepts müssen wir mit im Boot sitzen", sagte die Präsidentin des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Gudrun Münnich, der Nachrichtenagentur dapd. Bisher werde die Stimme ihres Verbandes nicht ausreichend wahrgenommen. Es könne nicht sein, dass die unmittelbar betroffenen Branchen bei diesem Thema außen vor seien. "Wir möchten mitgestalten und Ideen einbringen", fügte sie hinzu.
Scharfe Kritik übte Münnich auch an der Politik der kreisfreien Städte Jena und Erfurt, die nach dem Vorbild Weimars die Einführung einer Kulturförderabgabe beschlossen haben. Das Hotelgewerbe dürfe nicht dafür bestraft werden, dass Kommunen nicht haushalten könnten, sagte Münnich. Dies sei ein falsches Signal. Der Dehoga werde daher gerichtlich gegen die sogenannte Bettensteuer vorgehen.
Als einen weiteren Schwerpunkt für das kommende Jahr nannte Münnich die Nachwuchsförderung. Das Berufsbild des Gastronomen müsse attraktiver gestaltet werden. "Wir haben große Probleme, geeignete Auszubildende zu finden", sagte Münnich. Talente müssten daher stärker gefördert werden. Durch die Senkung der Mehrwertsteuer hätten die Hoteliers jetzt mehr Spielraum. Über 40 Prozent von ihnen könnten in ihr Unternehmen und damit in Personal investieren, sagte die Dehoga-Präsidentin. Weniger gut sehe es für die Gastronomen aus. Mehr als die Hälfte der Betriebe beklage Umsatzeinbußen. Ein Grund dafür sei das schlechte Wetter.
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