06.12.2010, 16:27 Uhr | DAPD
Dresden (dapd-lsc). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor zunehmender Altersarmut in Sachsen. Altersarmut sei in Sachsen bereits jetzt zu spüren, erklärte DGB-Landeschefin Iris Kloppich am Montag. Aufgrund der Rentenkürzungen lägen die Altersrenten in Sachsen im Schnitt nur noch bei 766 Euro. "Wir müssen dringend umsteuern, damit die gesetzliche Rente wieder armutsfest wird", forderte Kloppich.
Sie rief die Landesregierung auf, sich für ordentlich bezahlte Beschäftigungsverhältnisse, gegen die Rente mit 67 und für flexible Übergänge stark zu machen. Die Rente mit 67 sei nach wie vor eine falsche Weichenstellung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seien nur 20,1 Prozent aller 60 - 64-Jährigen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit sogar noch etwas weniger als im Bundesschnitt (20,6 Prozent). Nach DGB-Berechnungen muss in Sachsen mehr als jeder siebte Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente hinnehmen. Mehr als jeder Dritte Arbeitslose in Sachsen ist nach den Angaben älter als 50 Jahre. Beim Wiedereinstieg ins Berufsleben gebe es massive Hürden.
Kloppich erklärte, damit sei die Rente ab 67 Jahre für die meisten Beschäftigten unerreichbar und werde zu einer reinen Rentenkürzung. "Wenn der CDU-Wirtschaftsrat nun auch noch eine Debatte über die Rente mit 69 anstößt, zeigt das, dass man in derartigen Zirkeln von der Lebenswirklichkeit der Menschen weit entfernt ist."
In einer Diskussion mit Betriebs- und Personalräten über deren Erfahrungen mit älteren Arbeitnehmern im betrieblichen Alltag sollen die praktischen Probleme der Rente mit 67 aufgezeigt werden.
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