08.01.2011, 15:10 Uhr | DAPD
Wiesbaden (dapd-hes). Die Dioxin-Affäre weitet sich auch in Hessen aus: Neun landwirtschaftliche Betriebe im Schwalm-Eder-Kreis wurden gesperrt, weil sie möglicherweise mit dioxinbelastetem Schweinefutter beliefert worden sind. Derzeit werde das Futter untersucht, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Freitag in Wiesbaden. In den betroffenen Betrieben werden den Angaben zufolge insgesamt mehrere Tausend Schweine gehalten.
Das Futter stamme aus Niedersachsen und sei über einen Zwischenhändler im nordhessischen Borken an die Landwirte weiterverkauft worden, fügte die Sprecherin hinzu. Das Ministerium kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass weitere Betriebe dioxinbelastetes Futter erhalten haben. "Die Lieferlisten werden überprüft", sagte die Sprecherin des Wiesbadener Umweltministeriums.
Die Landtagsfraktion der Grünen sieht sich durch die Verdachtsfälle in ihren Forderungen nach besseren Kontrollen bestätigt. Der Dioxin-Skandal sei ein Symptom der "Industrialisierung" in der Tierhaltung, sagte der agrarpolitische Sprecher Daniel May. "Wir brauchen endlich eine Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik hin zu einer Landwirtschaft, die Umwelt und Tiere schont", forderte der Grünen-Politiker.
Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, dass an einen Mastbetrieb im osthessischen Kreis Hersfeld-Rotenburg 320 Ferkel ausgeliefert wurden, die dioxinbelastetes Futter bekommen hatten. Nach Angaben des Ministeriums waren die Tiere noch nicht geschlachtet worden und in den Handel gelangt. Da der Betrieb gesperrt wurde, bestehe somit keine Gefahr mehr.
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