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Dioxin-Skandal: Aeikens plädiert für Änderungen im Kontrollsystem

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Dioxin-Skandal: Aeikens plädiert für Änderungen im Kontrollsystem

12.01.2011, 12:51 Uhr | DAPD

Magdeburg (dapd-lsa-lsa). Agrarminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat sich im Zusammenhang mit dem bundesweiten Dioxin-Skandal für Änderungen im Kontrollsystem ausgesprochen. Der Minister sprach am Dienstag in Magdeburg von "einer ausgesprochenen Schweinerei, einem Skandal", wenn technische Fette über Futtermittel in die Nahrungskette gelangten. Aeikens betonte: "Wir brauchen eine gesetzlich festgeschriebene Trennung der Produktion von technischen Fetten und Futterfetten."

Bereits Rohstoffe müssten auf Dioxin untersucht werden, sagte Aeikens. Eigenkontrollen seien wichtig, aber es gebe auch einen großen Bedarf an staatlichen Kontrollen. Auch über die Einführung einer Meldepflicht beim Überschreiten der Grenzwerte müsse nachgedacht werden. Ein weiteres Projekt sei eine gemeinsame Plattform der Länder zum Datenaustausch. Die Abstimmung im aktuellen Dioxin-Skandal zwischen Bund und Ländern und Behörden hob Aeikens als vorbildlich hervor.

Gesundheitsminister Norbert Bischoff (SPD) sagte: "Anlass zur Hysterie besteht nicht." Bischoff hält Eigenkontrollen ebenfalls für wichtig, jedoch allein nicht für verlässlich. Staatliche Kontrollen seien wichtig, auch wenn sie schon mit Blick auf finanzielle und personelle Ressourcen nicht lückenlos möglich seien, sagte Bischoff. Er verwies auf ein landesweit abgestimmtes Untersuchungsprogramm, mit dem jährlich 135 Futtermittelproben und etwa 70 Lebensmittelproben untersucht werden.

Am Dienstag waren in Sachsen-Anhalt noch 22 landwirtschaftliche Betriebe gesperrt, nachdem am Montag die Sperrung für acht Höfe aufgehoben worden war. Von sieben Futtermittelproben aus Zörbig lagen laut Aeikens drei Proben oberhalb des Grenzwertes, eine davon überschritt den Wert um das Doppelte, vier Proben lagen unterhalb der Grenzwerte. Bei den vier Schweinefleischproben wurden die Dioxin-Werte nicht überschritten. Weitere Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen. Zehn Ergebnisse stehen laut Aeikens noch aus.

Nach Sachsen-Anhalt wurden bis Ende November 55 Tonnen dioxinhaltiges Fett von dem Mischfutterwerk Harles Jentzsch an Werke in Zörbig und im Landkreis Harz geliefert, weiterverarbeitet und an Agrarbetriebe verkauft.


DAPD  

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