14.01.2011, 12:14 Uhr | DAPD
Erlangen (dapd-bay). Das aus einem mittlerweile gesperrten Mastbetrieb in Sachsen-Anhalt nach Bayern gelieferte Schweinefleisch war offenbar nicht mit Dioxin belastet. Das teilte eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Mittwoch unter Berufung auf die Behörden in Sachsen-Anhalt mit. Die Freien Wähler in Bayern forderten unterdessen schärfere Kontrollen der Futtermittelindustrie.
Die Untersuchungen in Sachsen-Anhalt hätten ergeben, dass das Futter, mit dem die insgesamt 400 nach Nordbayern verkauften Schweine gemästet worden seien, nicht dioxinbelastet gewesen sei, sagte die LGL-Sprecherin der Nachrichtenagentur dapd. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass bereits im Dezember 400 Schweine aus dem Mastbetrieb nach Nordbayern geliefert, dort geschlachtet und in mehreren Supermärkten verkauft worden waren. Eigene Untersuchungen zu dem Verdacht konnte das LGL nicht mehr anstellen, da das nach Bayern gelieferte Schweinefleisch bereits verzehrt wurde.
Die Behördensprecherin betonte, man werde in Bayern wachsam bleiben. So sollen weiterhin vorsorgliche Kontrollen bei großen Futtermittelherstellern und -händlern sowie Eiergroßhändlern und fleischverarbeitenden Betrieben durchgeführt werden.
Die Freien Wähler im bayerischen Landtag forderten schnelle Konsequenzen aus dem Skandal um dioxinverseuchtes Futtermittel. Die Kontrolle der Futter- und Lebensmittelindustrie reiche offenbar auch in Bayern nicht aus, kritisierte die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion, Ulrike Müller. "Schon bei den Gammelfleisch-Skandalen haben wir gesehen, dass das derzeitige Kontrollsystem zu verzettelt und uneffektiv ist", kritisierte Müller. Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) müsse jetzt die Zuständigkeiten straffen, forderte Müller. Nötig seien zentrale, bayernweite Kontrollen durch das Ministerium.
Die FDP-Agrarexpertin Miriam Gruß forderte ein "abgestimmtes, präventives Konzept" für Lebensmittelsicherheit in Bayern. Die bisher vorliegenden Vorschläge aus den CSU-geführten Ministerien für Justiz, Landwirtschaft und Gesundheit nannte Gruß wenig überzeugend. Die Verbraucher würden zu Recht fragen, "wie derart kriminelle Machenschaften bei der Produktion von Lebensmitteln künftig unterbunden werden können".
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