11.01.2011, 15:40 Uhr | DAPD
Hannover (dapd-nrd). In Niedersachsen ist nun erstmals auch ein stark erhöhter Dioxinwert in Schweinefleisch nachgewiesen worden. Mehrere hundert Schweine eines Betriebes im Landkreis Verden müssten deshalb getötet werden, sagte Gert Hahne, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, am Dienstag in Hannover. In einem weiteren Schweinemastbetrieb sei nach Ergebnissen von Probeschlachtungen eine Belastung im Bereich des Grenzwertes ermittelt worden.
Der Landkreis Verden wollte am Nachmittag in einer Pressekonferenz Details zu der Schlachtung der Tiere und dem betroffenen Hof bekanntgeben. Unterdessen bestätigte Hahne, dass das Land Niedersachsen Schadensersatzansprüche gegen den Verursacher des Dioxin-Skandals prüfen werde. Schließlich seien dem Land durch die Beprobungen enorme Kosten entstanden. Wie hoch diese Forderungen sein könnten, sei aber noch unklar.
Inzwischen wurden in Niedersachsen weitere landwirtschaftliche Betriebe nach Untersuchungen wieder freigegeben. Derzeit seien noch 330 der ursprünglich rund 4.400 Betriebe gesperrt. Die dort produzierten Lebensmittel würden nun auf ihren Dioxingehalt überprüft. Sollten die Höchstwerte überschritten werden, müssten die Lebensmittel in dafür geeigneten Verbrennungsanlagen unschädlich gemacht werden, hieß es.
In der Region Hannover konnte nun erstmals eindeutig belegt werden, dass mit Dioxin belastete Eier an die Verbraucher verkauft wurden. Bis Sonntag seien Eier mit dem Erzeugercode 2-DE-0350384 in den Handel gelangt. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit rät vom Verzehr dieser Eier ab. Erst am Montag wurde der Fachdienst der Region Hannover darüber informiert, dass Verbraucher die Eier bereits vergangenen Freitag erworben haben. Die Eier stammen aus einem gesperrten Betrieb im Landkreis Cloppenburg.
Agrar-Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke wollte am Dienstagnachmittag im Ernährungsausschuss des Bundestages die niedersächsischen Vorschläge zur Verbesserung des Verbraucherschutzes vortragen. Unter anderem plädiert Niedersachsen für die Trennung der Futtermittelproduktion von technischen Fetten, die Einfärbung von technischen Fetten, verschärfte Zulassungskriterien für Futtermittelbetriebe sowie eine Intensivierung der rechtlichen Rahmenbedingungen der Eigenkontrolle.
Im Ausschuss wurde auch Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) erwartet. Außerdem wollten das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über die Auswirkungen des Dioxin-Skandals berichten.
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