12.01.2011, 13:01 Uhr | DAPD
Kiel (dapd-nrd). Schleswig-Holsteins Agrarministerin Juliane Rumpf (CDU) vermutet Vorsatz als Ursache des aktuellen Dioxin-Skandals. "Am Beispiel des Unternehmens Harles und Jentzsch mussten wir leider erfahren, dass mit offenbar krimineller Energie gearbeitet wurde", sagte Rumpf am Dienstag in Kiel. Deshalb habe das Ministerium bereits vor Tagen Strafanzeige gegen den Betrieb gestellt.
Harles und Jentzsch müsse auch für die Kosten der notwendigen Laboruntersuchungen aufkommen, sagte Rumpf. Allein die Analyse der 112 bei der Futterfett-Hersteller sichergestellten Rückstellproben koste rund 60.000 Euro. Davon seien bislang 46 Proben untersucht. In 28 Fällen sei der Grenzwert überschritten worden.
Laut Rumpf sind in Schleswig-Holstein bis auf einen Putenmastbetrieb alle zwischenzeitlich gesperrten Höfe wieder freigeworden. Das Eigenkontrollsystem der Lebensmittel- und Futtermittelproduktion müsse bestehen bleiben, sei aber auf notwendige Korrekturen zu überprüfen. Denkbar seien strengere Auflagen für Futtermittelhersteller. Die bisherige Registrierung als Produzent könne beispielsweise durch eine Zulassung abgelöst werden.
Weiter unklar ist der Auslöser der Dioxin-Belastung in dem Industriefett. "Es ist ein ungewöhnliches Dioxin-Muster", sagte Rumpf. Den Experten sei es unbekannt. Eine Meldung der Organisation Foodwatch, wonach es sich bei dem Auslöser um Pflanzenschutzmittel handele, könne das Ministerium nicht bestätigen.
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