07.01.2011, 11:01 Uhr | DAPD
Kiel (dapd-nrd). Im Dioxin-Skandal um verseuchtes Tierfutter ist die Zahl der damit belieferten Betriebe in Schleswig-Holstein auf 52 gestiegen. Dabei handelt es sich vor allem um Schweinemastbetriebe. Für die betroffenen Höfe gelte weiterhin ein Schlachtverbot, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Donnerstag in Kiel. Die Betriebe hatten insgesamt 82 Futterlieferungen von einem Hamburger Mischwerk erhalten.
Insgesamt waren in mehreren Bundesländern rund 3.000 Tonnen mit Dioxion belastetes Industriefett an Legehennen, Mastgeflügel und Schweine verfüttert worden. Da nur geringe Mengen Fett ins Futter gemischt werden, können Schätzungen zufolge Zehntausende Tonnen Tiernahrung mit dem Umweltgift belastet sein.
Das Futterfett stammt von der Uetersener Firma Harles und Jentzsch in Schleswig-Holstein. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Siegfried Sievert, und drei seiner Mitarbeiter werden bedroht. Eine Polizeisprecherin bestätigte auf dapd-Anfrage den Eingang einer Anzeige. Morddrohungen seien aber nicht darunter gewesen.
Sievert hatte dem "Westfalen-Blatt" (Donnerstagausgabe) berichtet, Drohungen seien an mehreren Tagen am Telefon und per E-Mail eingegangen. Mitarbeiter seien als "Mörder" beschimpft und unter anderem mit den Worten "Wir machen euch fertig" bedroht worden.
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