14.12.2010, 09:44 Uhr | DAPD
Düsseldorf (dapd). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat angesichts der Kritik der Grünen am neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) vor einer weiteren Verzögerung bei dem Projekt gewarnt. "Das BBI-Projekt ist für Berlin insbesondere aus Wirtschaftlichkeitsgründen sehr wichtig und sollte wie bisher geplant fortgeführt werden?, sagte die Leiterin der Abteilung "Energie, Verkehr und Umwelt" am DIW, Claudia Kemfert, "Handelsblatt Online". Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hatte sich zuvor kritisch zu BBI geäußert und erklärt: "Lärmschutz geht vor Wirtschaftlichkeit." Sie warnte davor, das Projekt einseitig zu Lasten Betroffenen durchzuziehen und plädierte für die Einsetzung eines Schlichters.
Auch DIW-Expertin Kemfert sagte, dass der Lärmschutz eine wichtige Komponente in der Umsetzung des Flughafens sei. Die Lärmschutzanforderungen müssten daher unbedingt eingehalten werden. "Es ist kaum zu erwarten, dass es zeitliche Verzögerungen geben wird, wenn die Lärmschutzanforderungen wie geplant umgesetzt werden", fügte die Ökonomen allerdings hinzu. Um dem Klimaschutz ausreichend Rechnung zu tragen, riet Kemfert, ähnlich wie bei anderen Großflughäfen emissionsarme Flugwege zu wählen, die ebenfalls die Lärmschutzanforderungen erfüllen müssten. "Viele Großflughäfen der Welt kompensieren die entstandenen Emissionen durch freiwillige Klimaschutzprojekte, das wäre insbesondere aus Sicht der Grünen eine konstruktive Umsetzung von Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit, Lärmschutz und Umweltschutz."
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