21.06.2011, 15:14 Uhr | dapd
Bielefeld (dapd-nrw). Der harte Wettbewerb im Einzelhandel durchkreuzt zurzeit Pläne der Oetker-Gruppe für Preiserhöhungen im Lebensmittel-Sortiment. Die steigenden Rohstoffpreise könnten "kurzfristig nicht in den Abgabepreisen weitergegeben werden", sagte Finanzvorstand Ernst Schröder am Dienstag in Bielefeld. Denn die großen Handelskonzerne seien darum bemüht, sich durch Preisaktionen zu profilieren.
Dennoch rechnet das Familienunternehmen auch in diesem Jahr mit einem "respektablen" Umsatzwachstum. Allerdings nicht mehr in dem spektakulären Ausmaß wie im Boomjahr 2010, als die Oetker-Gruppe ihren Umsatz um 18,9 Prozent auf knapp 9,5 Milliarden Euro steigerte.
"Der Start ins neue Jahr war in manchen Sparten schleppender als wir es uns gewünscht haben", sagte Schröder. Denn dem Unternehmen mache nicht nur der Preiskampf im Einzelhandel zu schaffen. Im Schifffahrtsgeschäft, das inzwischen fast die Hälfte des Umsatzes ausmacht, leide das Unternehmen unter rückläufigen Frachtraten und dem hohen Ölpreis. "Wir sind nicht mehr ganz so euphorisch wie im vergangenen Jahr", sagte Schröder. Dennoch bleibe das Unternehmen auf Wachstumskurs.
Das ostwestfälische Unternehmen macht inzwischen zwei Drittel seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Vor allem die Schifffahrtssparte Hamburg Süd profitierte 2010 von der Erholung des Welthandels und steigerte ihren Umsatz um fast 40 Prozent. Doch auch im Geschäft mit Nahrungsmitteln und Getränken legte Oetker zu. Während das Geschäft mit Nahrungsmitteln vom Backpulver bis zur Tiefkühlpizza auch aus eigener Kraft wuchs, konnte der Konzern im Geschäft mit Bier (Radeberger, Jever, Clausthaler), Sekt (Henkell, Deinhard) und Spirituosen (Wodka Gorbatschow) allerdings nur durch Zukäufe auf Wachstumskurs bleiben. Hier litt das Unternehmen unter der allgemeinen Marktentwicklung.
Zufrieden zeigte sich der Finanzvorstand mit der Entwicklung beim familieneigenen Bankhaus Lampe und bei den zum Konzern gehörenden vier Luxushotels. Auch die Ergebnisentwicklung sei 2010 insgesamt "sehr erfreulich" gewesen, sagte Schröder. Genaue Angaben zum Ergebnis macht das Unternehmen traditionell nicht.
dapd
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