07.06.2011, 12:25 Uhr | dapd
Mutterstadt (dapd-rps). In Rheinland-Pfalz ist bislang kein mit dem Darmkeim EHEC belastetes Gemüse gefunden worden. Die bisher mehr als 300 untersuchten Proben seien frei von dem gefährlichen Erreger, erklärten die zuständigen Landesuntersuchungsbehörden am Dienstag auf dapd-Anfrage. Unterdessen hat der Bauern- und Winzerverband abermals Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte gefordert.
Bei der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt in Speyer (LUFA) sind bislang etwa 250 Produkte auf den EHEC-Keim getestet worden. Nach Angaben eines Sprechers gab es dabei keine Auffälligkeiten. Die Experten nahmen unter anderem Proben von Salaten, Gurken, Kohl, Kartoffeln und Himbeeren.
Seit vergangener Woche können Betriebe im Land bei der LUFA ihre Produkte auf EHEC testen lassen. Die Behörde stellt nach einer solchen Untersuchung für den Fall eines negativen Ergebnisses ein Unbedenklichkeitssiegel für einzelne Produktchargen aus. Parallel dazu werden Biogasanlagen und Beregnungsanlagen in Landwirtschaftsbetrieben untersucht. Der gefährliche Darmkeim sei auch dabei bisher nicht nachgewiesen worden, erklärte der Sprecher.
Die Erzeugergemeinschaft Pfalzmarkt gab ebenfalls vorläufige Entwarnung. Die bisher untersuchten 196 der insgesamt 245 abgegebenen Proben seien frei von EHEC. Nach Ansicht der Erzeuger kann deshalb davon ausgegangen werden, dass "der EHEC-Keim nicht auf Pfälzer Obst und Gemüse zu finden ist". Analysiert wurden die Proben durch das Unternehmen QS GmbH.
Beim für Lebensmittelsicherheit zuständigen Landesuntersuchungsamt in Koblenz haben die Kontrolleure bislang 76 Proben von Großmärkten ausgewertet. Ergebnis: Der Erreger wurde nicht gefunden, wie eine Sprecherin sagte. Derweil werde ein Sprossenerzeuger im Landkreis Alzey-Worms untersucht.
Auf der Suche nach dem Erreger gerieten zunächst Sprossen als Infektionsquelle in den Verdacht. Bei ersten Proben an Sprossen in Niedersachsen war am Montag kein EHEC-Erreger nachgewiesen worden.
Unterdessen spüren Landwirte in Rheinland-Pfalz immer stärker die Auswirkungen der EHEC-Welle. Die Kaufzurückhaltung hat nach Angaben des Pfalzmarktes in den vergangenen Wochen zu drastischen Umsatzeinbußen bei den Erzeugern geführt. Der Absatz an Salat sei um 70 Prozent und an Gemüse um 50 Prozent zurückgegangen. Das führe bei einigen Betrieben zu Existenznot. Die Pfalz ist eines der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete Deutschlands.
Derweil sicherte der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Thomas Griese (Grüne), den Landwirten Hilfe zu. Die Landesregierung habe neben einer Beratungshotline "Maßnahmen zur Möglichkeit der Steuerstundung eingeleitet", erklärte Griese laut Mitteilung des Bauern- und Winzerverbandes. Nach Angaben des Verbands hat die Landwirtschaftliche Rentenbank ihr Liquiditätsprogramm auf die Verluste durch EHEC ausgeweitet. Der Verband setzt sich zudem für Entschädigungszahlungen ein.
dapd
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