06.06.2011, 08:57 Uhr | dapd
Hamburg (dapd-nrd). Nach seinem Besuch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die Bürger im Umgang mit der EHEC-Krise weiterhin zur Vorsicht aufgerufen. Er könne noch keine Entwarnung geben, sagte der FDP-Politiker am Sonntag in Hamburg. Die Bürger sollten sich weiterhin an die Hygienevorschriften halten sowie auf den Verzehr von rohen Tomaten, Gurken und Blattsalate verzichten. Auch sei die Versorgung der betroffenen Patienten gewährleistet.
"Wir haben leider mit einem sehr schweren und aggressiven Erreger zu kämpfen", sagte Bahr nach seinem Besuch im UKE. Ziel der Stippvisite in Hamburg sei gewesen, sich ein Bild von der Lage vor zu machen und den Ärzten und Pflegern Dank auszusprechen. Kritik am Krisenmanagement des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Länder wies der FDP-Politiker zurück: "Ich habe miterlebt, wie die Mitarbeiter in den Behörden mit Hochdruck daran gearbeitet haben und auch frühzeitig die Bürger mit Transparenz informiert haben."
Auch das RKI hat laut Bahr "sehr gute Arbeit geleistet" und die Infektionsquelle eingrenzen können. Ferner müsse nicht jede Kritik kommentiert werden. Die Suche nach dem Auslöser der Infektionswelle laufe unter Hochdruck weiter. Erst am Freitag habe sich die Eingrenzung auf rohe Tomaten, Gurken und Blattsalate erhärtet, sagte Bahr.
An Spekulationen wolle und werde er sich nicht beteiligen. So wollte der Bundesgesundheitsminister am Sonntag auch die jüngste Theorie, Keimsprossen könnten den Ausbruch des gefährlichen Erregers verursacht haben, nicht bestätigen. Er äußere sich dazu erst, wenn alles bestätigt sei, sagte Bahr.
Auf der Suche nach dem Ursprung für den gefährlichen Darmkeim EHEC hat das Robert-Koch-Institut nach eigener Einschätzung einige heißen Spuren. Eine konkrete Ursache lasse sich jedoch noch nicht eingrenzen, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger am Sonntag beim Besuch des UKE. Auch er wollte sich an Spekulationen nicht beteiligen. In Bezug auf die Keimsprossen als mögliche Ursache verwies Burger auf derzeit nicht vorhandene belastbare Befunde.
dapd
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